Mehr als die Hälfte aller Ausgaben für die Pfarreien

Bistum Münster: Haushalts-Plus trotz Kirchensteuer-Minus

Der Haushalt 2017 für den nordrhein-westfälischen Teil des Bistums Münster umfasst 467,4 Millionen Euro. Das bedeutet gegenüber dem Rechnungsergebnis von 2015 eine Steigerung von 17,6 Millionen Euro, teilte das Bischöfliche Generalvikariat am Donnerstag mit. Es erwartet für 2017 einen Überschuss von 11,3 Millionen Euro.

Wichtigste Einnahmequelle bleibt mit einem Anteil von 88,2 Prozent – das sind 412,2 Millionen Euro – die Kirchensteuer. Das Bistum erwartet allerdings, dass diese Einkünfte um rund ein Prozent niedriger liegen werden als beim Rechnungsergebnis 2015.

Hörsting kündigt Einsparungen an

Dieser Rückgang werde sich in den kommenden Jahren verstärken. Grund ist die demografische Entwicklung. Der „Finanzchef“ im Generalvikariat, Ulrich Hörsting, erwartet in den nächsten zwei Jahrzehnten einen Rückgang des Kirchensteuer-Volumens um bis zu ein Drittel. Das Bistum werde an „Einschnitten und Einsparungen nicht vorbeikommen“, sagte Hörsting laut Bischöflicher Pressestelle.

53,4 Prozent der Ausgaben – rund 249,5 Millionen Euro – fließen in die Pfarreien. Finanziert werden damit unter anderem das Seelsorge-Personal und Baumaßnahmen. Nach den Pfarreifusionen sei es auch nötig, Pfarrheime den neuen Gegebenheiten anzupassen. Für solche Investitionen sind 13 Millionen Euro eingeplant.

Finanzprobleme der Kitas: Bistums-Appell an Kommunen

32,8 Millionen Euro Haushaltsmittel sind für Kindertageseinrichtungen vorgesehen. Hörsting weist erneut auf bestehende Unterfinanzierungen durch Land und Kommunen hin. Die Kirche werde „eine deutlich höhere kommunale Beteiligung einfordern müssen“. Bistum und Pfarreien würden sich künftig an der Faustregel orientieren: „Pro 60 Katholiken ein Kindergartenplatz“.

47,4 Millionen Euro sind für kirchliche Schulen eingeplant, davon 11,3 Millionen Euro für den laufenden Betrieb und 18,1 Millionen für Baumaßnahmen. Die Ortscaritas- und Fachverbände erhalten 22,6 Millionen Euro, weitere 3,4 Millionen Euro bekommt der Diözesan-Caritasverband.

11,5 Millionen Euro für Aufgaben aller Bistümer

29,2 Millionen Euro fließen in die überpfarrliche Seelsorge, also in Jugend- und Erwachsenenverbände, in die Aus- und Fortbildung von Seelsorgern, in Exerzitien, die Förderung von Orden und in die Ausländerseelsorge. Die rund 20,5 Millionen Euro für Bildung und Kunst werden den Jugend- und Erwachsenbildungsstätten, Bildungsforen, Bildungshäuser, Büchereien und Museen zugewiesen.

Für gemeinsame Aufgaben der deutschen Bistümer sind rund 11,5 Millionen Euro eingeplant. Hierzu zählt vor allem die Unterstützung von Projekten der Weltkirche. 10,7 Millionen Euro gehen 2017 an die staatliche Finanzverwaltung als Kostenerstattung für den Einzug der Kirchensteuer.

Veröffentlicht wurde zudem der Haushalt des Bischöflichen Stuhls für 2017. Er umfasst 462.000 Euro. Die Rücklagen dieses Rechtsträgers sind mit 4,4 Millionen Euro veranschlagt. 2017 soll erstmals eine Bilanz des Bischöflichen Stuhls vorgelegt werden. Hierfür seien die Immobilien vermögensrechtlich bewertet worden, hieß es.

Auch Domkapitel legt Zahlen vor

Schließlich legten Domkapitel und Domverwaltung des St.-Paulus-Doms Zahlen vor. Demnach umfasst der Verwaltungshaushalt des Doms 1,2 Millionen Euro. Darin sind etwa Personalkosten für Domorganist, Küster und Reinigungspersonal enthalten, ferner Energiekosten und laufende Ausgaben – etwa für Kerzen, Wein, Hostien und Blumen. Der Haushalt der Domverwaltung umfasst 197.000 Euro, jener der Domkammer (Museum) 245.000 Euro, jener der Domsingschule 443.800 Euro.

Des Weiteren besteht ein Personalfonds des Domkapitels, aus dem unter anderem die Domkapitulare und Domvikare besoldet werden. Von diesen Personalkosten trägt das Bistum 820.000 Euro, weitere 750.000 Euro werden durch Staatsdotationen finanziert.