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Das Bistum Münster im Überblick

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Was gehört zum Bistum Münster? Wer leitet es? Wer ist Bischof von Münster? Wie reich ist das Bistum Münster? Die wichtigsten Antworten.

Zum Bistum Münster gehörten Ende 2025 etwa 1,59 Millionen Katholikinnen und Katholiken. Damit ist es unter den 27 deutschen Bistümern der katholischen Kirche das mitgliederstärkste.

Wo liegt das Bistum Münster? Was gehört zum Bistum Münster?

Das Bistum Münster besteht aus zwei Teilen, einem in Nordrhein-Westfalen und einem in Niedersachsen. Die Gesamtfläche beträgt 15.268 Quadratkilometer. Den NRW-Teil bilden die Münsterland-Kreise Borken, Coesfeld, Steinfurt und Warendorf, die Stadt Münster, der Kreis Recklinghausen am Nordrand des Ruhrgebiets und die Kreise Kleve und Wesel am Niederrhein. Die genannten Gebiete bilden acht Kreisdekanate, eine kircheninterne Organisationseinheit.

Einzelne weitere Orte zählen zum Bistum Münster, zum Beispiel die linksrheinischen Teile der Stadt Duisburg sowie Kirchhellen, heute Bottrop. Da der Fluss Lippe die südliche Bistumsgrenze bildet, gehören Teile des Kreises Unna – darunter Lünen, Selm und Werne – katholisch zu Münster. Ebenso der Norden der Stadt Hamm, Teile der Gemeinde Lippetal im Kreis Soest, darunter der Wallfahrtsort Herzfeld, sowie Harsewinkel im Kreis Gütersloh.

Der niedersächsische Teil des Bistums Münster erstreckt sich auf das Oldenburger Land. Der Offizialatsbezirk Oldenburg umfasst die Kreise Ammerland, Friesland, Oldenburg und Wesermarsch, die Städte Delmenhorst, Oldenburg und Wilhelmshaven sowie die Kreise Cloppenburg und Vechta im Süden, das Oldenburger Münsterland. Hinzu kommt der Ortsteil Stuhr-Moordeich im Kreis Diepholz.

Wie viele Pfarrgemeinden gibt es im Bistum Münster?

Wegen der sinkenden Zahl der Katholikinnen und Katholiken und der Seelsorgenden sind die früher 689 eigenständigen Gemeinden im Bistum Münster bis in die 2010er Jahre zu 208 Pfarreien fusioniert worden. Davon liegen 40 im Oldenburger Land und 167 im nordrhein-westfälischen Bistumsteil. Hinzu kommt dort die Dompfarrei in Münster, die rechtlich eine Pfarrei ist, aber kein Gebiet hat.

Anfang 2024 wurden die Pfarreien 46 Pastoralen Räumen zugeordnet. In diesen kooperieren Pfarreien, bleiben aber rechtlich selbstständig. 40 Pastorale Räume sind im NRW-Teil entstanden, sechs im niedersächsischen Teil.

Wer leitet das Bistum Münster? Wer ist Bischof von Münster?

An der Spitze des Bistums Münster steht ein Bischof. Das Amt ist vakant, da Bischof Felix Genn zu seinem 75. Geburtstag – wie es das katholische Kirchenrecht vorschreibt – seinen Rücktritt angeboten hat. Der damalige Papst Franziskus nahm das Gesuch zum 9. März 2025 an.

Zum neuen und damit 77. Bischof von Münster hat das Domkapitel Heiner Wilmer gewählt, derzeit noch Bischof von Hildesheim. Papst Leo XIV. hat die Wahl bestätigt und Wilmer am 26. März 2026 ernannt, am Gedenktag des heiligen Liudger, des Bistumsgründers von Münster. Der Bischof wird am Sonntag, 21. Juni, mit einem Festgottesdienst im Dom in Münster ins Amt eingeführt.

Heiner Wilmer stammt aus dem Emsland. Er wurde 1961 in Schapen, heute Teil der Samtgemeinde Spelle im Bistum Osnabrück, geboren und wuchs auf dem elterlichen Bauernhof auf. Nach dem Abitur trat er 1980 in die Ordensgemeinschaft der Herz-Jesu-Priester (Dehonianer) ein, studierte Theologie in Freiburg und Romanistik in Paris.

Nach seiner Priesterweihe 1987 ging er an die Päpstliche Universität Gregoriana nach Rom, um Philosophie zu studieren. 1991 wurde Wilmer in Freiburg mit einer Arbeit zur Mystik von Maurice Blondel (1861–1949) promoviert. Parallel studierte er Geschichte bis zum Staatsexamen.

Zwei Jahre war er anschließend Schulseelsorger und Lehrer für Religion, Politik und Geschichte an der Liebfrauenschule in Vechta im niedersächsischen Teil des Bistums Münster. 1997 war er ein Jahr lang an einer Jesuitenschule im New Yorker Stadtteil Bronx tätig. Anschließend leitete er das Gymnasium Leoninum in Handrup im Emsland, das der Orden der Herz-Jesu-Priester trägt.

In diesem Orden war er sowohl als Provinzial als auch - ab 2015 - als Generaloberer in Rom tätig. Aus dieser Position ernannte ihn Papst Franziskus 2018 zum Bischof von Hildesheim.

In der Deutschen Bischofskonferenz war Heiner Wilmer von 2019 bis 2024 Vorsitzender der für internationale Politik zuständigen Deutschen Kommission "Justitia et Pax". Seit 2022 steht er der Kommission für gesellschaftliche und soziale Fragen der Bischofskonferenz vor. Die deutschen Bischöfe vertritt er zudem in der Kommission der Bischofskonferenzen der Europäischen Gemeinschaft (COMECE) in Brüssel. Im Februar 2026 wählte ihn die Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz zu ihrem Vorsitzenden.

Bis zur Amtsübernahme von Bischof Heiner Wilmer leitet Domkapitular Antonius Hamers als Diözesan-Administrator das Bistum Münster. Er hat wesentliche Rechte eines Bischofs, ist aber gehalten, keine Entscheidungen zu treffen, die den neuen Bischof langfristig binden.

Wer sind die Weihbischöfe im Bistum Münster?

Den Bischof unterstützen vier Weihbischöfe in der Leitung des Bistums Münster. Sie sind in besonderer Weise für einzelne Regionen zuständig: Christoph Hegge für die Kreisdekanate Borken und Steinfurt, Rolf Lohmann für Kleve, Recklinghausen und Wesel, Wilfried Theising für das Oldenburger Land und Stefan Zekorn für Coesfeld, Münster und Warendorf. Neben Visitationen – offiziellen Besuchen in Pfarreien, die in bestimmten Jahresabständen vorgeschrieben sind – ist eine wesentliche Aufgabe der Weihbischöfe, das Sakrament der Firmung zu spenden. Der emeritierte Weihbischof Dieter Geerlings unterstützt im Rahmen seiner Möglichkeiten.

Wer war der erste Bischof von Münster? Wer war Liudger?

Gründungsbischof von Münster ist der heilige Liudger. Er wurde um 742 in der Nähe von Utrecht in den heutigen Niederlanden geboren und 777 in Köln zum Priester geweiht. Liudger missionierte in Friesland und im westlichen Sachsenreich. 793 ließ er sich in Mimigernaford, einer besiedelten Straßenkreuzung in der Nähe des Flüsschens Aa, nieder und gründete ein Kloster – die Keimzelle der späteren Stadt Münster.

805 wurde Liudger zum Bischof geweiht, die Kirche seines Klosters wurde die erste Kathedrale des Bistums Münster. Auf einer Visitationsreise predigte er am 25. März 809 in Billerbeck im heutigen Kreis Coesfeld. Dort starb er am frühen Morgen des 26. März. Auf eigenen Wunsch wurde Liudgers Leichnam in der Benediktinerabtei Werden an der Ruhr, heute Essen, beigesetzt, die er selbst gegründet hatte.

Wer war Kardinal Clemens August Graf von Galen?

Im 20. Jahrhundert blieb im Bistum Münster vor allem Bischof Clemens August Graf von Galen in Erinnerung. Er wurde am 28. Oktober 1933 zum Bischof geweiht. Berühmtheit über die Grenzen des Bistums und Deutschlands hinaus erlangte Galen mit Predigten, in denen er im Sommer 1941 die sogenannte Rassenlehre der Nationalsozialisten und die von ihnen organisierte Tötung von Menschen mit geistiger Behinderung öffentlich anprangerte.

Am 21. Februar 1946 erhielt Galen in Rom die Kardinalswürde. Seine Rückkehr nach Münster am 16. März 1946 glich einem Triumphzug. Galen gründete auch Kirche+Leben als erste Wochenzeitung für das gesamte Gebiet des Bistums Münster; die erste Ausgabe erschien zum Sonntag, 17. März 1946. Nach seiner Rom-Rückkehr erkrankte der Kardinal schwer. Am 22. März 1946 erlag er mit 68 Jahren einem Blinddarmdurchbruch. Am 9. Oktober 2005 wurde Clemens August Graf von Galen seliggesprochen.

Wer waren die Bischöfe von Münster nach 1945?

Galens Nachfolger Michael Keller – Bischof von 1947 bis zu seinem überraschendem Tod 1961 mit 65 Jahren – sorgte für den Wiederaufbau des Bistums Münster und des St.-Paulus-Doms nach dem Zweiten Weltkrieg. Auf Keller folgte Joseph Höffner. 1951 hatte der Priester den Lehrstuhl für Christliche Sozialwissenschaften an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Münster übernommen. 1962 wurde er zum Bischof von Münster gewählt und geweiht. 1969 wechselte Höffner als Erzbischof nach Köln und wurde 1976 zum Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz gewählt; beides blieb er bis zu seinem Tod 1987 mit 80 Jahren.

In Münster folgte 1969 Heinrich Tenhumberg auf Höffner. Der Geistliche war zuvor Weihbischof in Münster, ab Ende 1966 zudem Leiter des Katholischen Büros der Deutschen Bischofskonferenz in der damaligen Bundeshauptstadt Bonn gewesen. 1969 wurde er zum Bischof von Münster geweiht, mit 64 Jahren erlag er 1979 einem Herzanfall. Von 1980 bis 2008 stand Reinhard Lettmann, zuvor Generalvikar und Weihbischof in Münster, an der Spitze des Bistums Münster. Lettmann starb 2013 im Alter von 80 Jahren.

Im Juni 2022 legte ein Team der Universität Münster ein unabhängiges, aber vom Bistum beauftragtes Gutachten über Missbrauch und sexualisierte Gewalt im Bistum Münster vor. Es wies allen Bischöfen nach 1945 Fehler im Umgang mit Missbrauchsfällen nach. Es habe an Empathie für Betroffene gefehlt, stattdessen habe es Milde mit beschuldigten Priestern gegeben. Fälle seien vertuscht, Täter versetzt und das Bild der Kirche als Institution geschützt worden.

Wer ist Bischof Felix Genn?

Felix Genn leitete das Bistum Münster als Bischof von 2009 bis 2025. Er war zuvor ab 1999 Weihbischof in seinem Heimatbistum Trier und ab 2003 Bischof des Bistums Essen. Wegen der sinkenden Zahl der Kirchenmitglieder und Seelsorgenden wurden bis in die 2010er Jahre die Pfarreien im Bistum Münster flächendeckend fusioniert. Bischof Genn fasste sie schließlich in 46 Pastoralen Räumen zusammen. In diesen bleiben die Pfarreien rechtlich selbstständig, aber kooperieren.

Wer verwaltet das Bistum Münster?

Die Verwaltungsbehörde des Bistums Münster ist das Generalvikariat. Dort arbeiten rund 700 Menschen in sieben Fachbereichen, die sich unter anderem mit Seelsorge-Aufgaben, den Pastoralen Räumen, den katholischen Schulen, mit den Finanzen und dem Seelsorge-Personal befassen.

An der Spitze des Generalvikariats steht der Generalvikar, ein Priester. Das war unter Bischof Genn Klaus Winterkamp. Der Übergangsleiter des Bistums, Antonius Hamers, hat Winterkamp zu seinem Ständigen Vertreter ernannt. Damit blieb Winterkamp faktisch auf seinem Posten. Der neue Bischof Heiner Wilmer muss nach seiner Amtseinführung einen Generalvikar ernennen. Er kann den bisherigen bestätigen oder einen neuen suchen.

Eine eigene Verwaltung besteht im niedersächsischen Teil des Bistums Münster, dem Offizialatsbezirk Oldenburg. Die dort Bischöflich Münstersches Offizialat genannte Behörde sitzt in Vechta. An der Spitze des Offizialatsbezirks steht Weihbischof Wilfried Theising als Offizial.

Welche Einrichtungen trägt das Bistum Münster?

Neben der Seelsorge für die Katholikinnen und Katholiken übernimmt das Bistum Münster gesellschaftliche Aufgaben. Es trägt insgesamt rund 40 Schulen und knapp 750 Kindertagesstätten.

Ferner gibt es gut zwei Dutzend katholische Familienbildungsstätten und große Einrichtungen der Erwachsenenbildung auf gesellschaftlichem und spirituellem Gebiet: die Akademie Franz-Hitze-Haus in Münster, die Landvolkshochschule in Warendorf-Freckenhorst, die Wasserburg Rindern in Kleve, das Haus „Kubus“ in Rheine-Bentlage und die Jugendburg Gemen bei Borken. Im Oldenburger Land kommen die Katholische Akademie Stapelfeld bei Cloppenburg und der Jugendhof in Vechta hinzu.

Welche Einrichtungen gehören zur Caritas im Bistum Münster?

Kaum zu überblicken ist die Zahl der katholischen Wohn- und Pflegeeinrichtungen für Senioren und Menschen mit Behinderung im Bistum Münster. Sie werden vielfach von Caritasverbänden betrieben. Mehr als 70.000 Hauptamtliche und etwa 30.000 ehrenamtlich Engagierte sind für die Caritas im Bistum Münster im Einsatz.

Wo gibt es katholische Krankenhäuser im Bistum Münster?

An mehr als 60 Standorten in beiden Teilen des Bistums Münster bestehen katholische Krankenhäuser. Diese werden allerdings nicht vom Bistum, sondern von Stiftungen oder Krankenhausgesellschaften getragen. Einige sind von Orden gegründet und vereinen die früher von diesen Gemeinschaften betriebenen Krankenhäuser.

Welche Wallfahrtsorte gibt es im Bistum Münster?

Im Bistum Münster gibt es mehr als zwei Dutzend große und kleine Wallfahrtsorte. Die meisten Pilger – eine mittlere sechsstellige Zahl im Jahr – zählt Kevelaer im Kreis Kleve am Niederrhein, der nach Altötting zweitgrößte Wallfahrtsort in Deutschland. In Kevelaer wird seit 1641 das Gnadenbild „Trösterin der Betrübten“ der Gottesmutter Maria verehrt.

Weitere bekannte Pilgerziele sind die Marienwallfahrtsorte Bethen bei Cloppenburg im Oldenburger Land, Eggerode bei Schöppingen im Kreis Borken und Telgte bei Münster im Kreis Warendorf, ferner der Annaberg in Haltern im Kreis Recklinghausen, Herzfeld im Lippetal, der Ort der heiligen Ida, sowie Xanten im Kreis Wesel. Dort werden nicht nur der heilige Viktor und seine Gefährten verehrt, sondern auch der Priester Karl Leisner, ein Märtyrer des 20. Jahrhunderts.

Seit wann besteht das Bistum Münster?

805 wurde Liudger zum ersten Bischof des Bistums Münster geweiht. Dessen Keimzelle war ein Kloster – lateinisch „monasterium“, daher der Name „Münster“ – auf dem Areal des heutigen Domplatzes. Der künftige Bischof Heiner Wilmer ist der 76. Nachfolger Liudgers.

Bischofskirche ist der St.-Paulus-Dom in Münster. Liudger machte den heiligen Paulus, der in der Frühphase des Christentums im Mittelmeerraum zahlreiche Länder und christliche Gemeinden bereiste, zum Bistumspatron.

Der heutige Dom ist der dritte an derselben Stelle. Sein Grundstein wurde 1225 gelegt, geweiht wurde die Kirche 1264 sowie – nach dem Wiederaufbau infolge der Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs – 1956.

Welche Heilige und Selige kommen aus dem Bistum Münster?

Nach Angaben des Bistums haben rund 30 Heilige und Selige Bezug zur Diözese. Darunter sind der Bistumsgründer Liudger, der heilige Viktor und seine Gefährten, deren Märtyrergräber in Xanten verehrt werden, und der in Goch im Kreis Kleve geborene Ordensgründer der Steyler Missionare, Arnold Janssen.

Als „Mystikerin des Münsterlands“ gilt die Augustinerschwester Anna Katharina Emmerick (1774-1824), deren Reliquien in Dülmen im Kreis Coesfeld ruhen. Die Ordensfrau, die die Wundmale Jesu trug, wurde 2004 seliggesprochen. Die 2001 zur Seligen erhobene Clemensschwester Maria Euthymia (1914-1955) hat auf dem Zentralfriedhof in Münster ihre letzte Ruhestätte gefunden, an ihrem Grab brennen stets Dutzende Kerzen.

Der selige Kardinal von Galen, der im Dom in Münster beigesetzt ist, wird auch in seinem Heimatort Dinklage im Kreis Vechta besonders verehrt. Ein Märtyrer aus der Zeit des Nationalsozialismus ist Karl Leisner. Nach einer politisch-kritischen Äußerung wurde der Diakon verhaftet und interniert. 1944 wurde er im Konzentrationslager Dachau bei München heimlich von einem Mithäftling, einem französischen Bischof, zum Priester geweiht. Leisner wurde 1996 seliggesprochen.

Wie viel Geld hat das Bistum Münster?

In beiden Teilen des Bistums Münster wird ein jeweils eigener Haushaltsplan aufgestellt. Für den nordrhein-westfälischen Bistumsteil sieht der Haushalt für 2026 Erträge von 766 Millionen Euro und Aufwendungen von 785 Millionen Euro vor. Die Bistumsverwaltung geht wegen des demografischen Wandels und der Kirchenaustritte davon aus, dass die Einnahmen mittel- und langfristig deutlich sinken.

Wichtigste Einnahmequelle ist die Kirchensteuer: Alle Mitglieder der katholischen Kirche auf dem Gebiet des Bistums Münster zahlen eine Summe, die neun Prozent ihrer Lohn- und Einkommensteuer entspricht. Für den NRW-Teil bedeutet das Einnahmen von etwa 455 Millionen Euro. Große Ausgabenposten des Bistums betreffen die Zuweisungen an die Pfarreien und die Personalkosten, etwa für die Seelsorgenden.

Für den niedersächsischen Teil des Bistums Münster plante das Offizialat in Vechta für 2025 mit Ausgaben und Einnahmen von jeweils rund 109 Millionen Euro.

Warum gehört das Oldenburger Land zum Bistum Münster?

Der Offizialatsbezirk Oldenburg, der geografisch dem Oldenburger Land entspricht, ist ein kirchlich weltweit einmaliger Sonderfall. Mit Ausnahme einiger weniger Rechte, die dem Bischof von Münster vorbehalten sind, hat ein Offizial in Vechta Vollmachten eines Diözesanbischofs. Nicht zuständig ist er zum Beispiel für die Ernennung von Pfarrern, die Errichtung oder Aufhebung von Pfarreien oder die Profanierung von Kirchen.

Das Oldenburger Münsterland – die heutigen Kreise Cloppenburg und Vechta – gehörte bis 1668 zum Bistum Osnabrück. Dann kaufte Fürstbischof Christoph Bernhard von Galen aus Münster, der bereits politischer Landesherr in Cloppenburg und Vechta war, dem Osnabrücker Domkapitel die geistliche Oberhoheit ab.

Das „Niederstift Münster“ wurde 1803 im Zug der Säkularisation aufgelöst, Cloppenburg und Vechta fielen dem Herzogtum Oldenburg zu. Nach dem Wiener Kongress 1815 am Ende der napoleonischen Zeit wurde verfügt, dass die Katholiken im ganzen Oldenburger Land dem Bischof von Münster unterstehen. Der Großherzog von Oldenburg bestand aber auf einer kirchlichen Sonderregelung.

Nach langen Verhandlungen schlossen der Heilige Stuhl und das Großherzogtum 1831 die „Konvention von Oliva“, benannt nach dem Ort der Unterzeichnung im heutigen Polen. Sie ist eine Art Statut des Offizialatsbezirks Oldenburg als Teil des Bistums Münster und wurde in späteren Verträgen – etwa dem Niedersachsenkonkordat 1965 – im Wesentlichen bestätigt. Bis heute liegt zwischen dem niedersächsischen und dem nordrhein-westfälischen Bereich des Bistums Münster ein Teil des Bistums Osnabrück.

Leiter des Offizialatsbezirks ist ein Offizial, ein Priester. Seit der Weihe von Max Georg Freiherr von Twickel 1973 zum Weihbischof waren alle folgenden Offiziale in Vechta zugleich auch Weihbischöfe: Heinrich Timmerevers von 2001 bis zu seiner Ernennung zum Bischof von Dresden-Meißen 2016, seitdem Wilfried Theising.

Stand: 30. März 2026

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