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Austritte, Gottesdienstbesuch, Sakramente: So haben sich die Zahlen entwickelt – und so ordnet Administrator Antonius Hamers sie ein.
Die Zahl der Kirchenaustritte im Bistum Münster verharrt auf dem Niveau des Vorjahres. 2025 habe es 22.068 Austritte gegeben, teilt die Bischöfliche Pressestelle mit. Das sind 545 weniger als im Jahr zuvor, als 22.613 Menschen im Bistum Münster die katholische Kirche verließen.
Schon eine Kirche+Leben-Stichprobe in einigen Pfarreien des Bistums im Januar hatte erwarten lassen, dass die Zahl der Kirchenaustritte nur leicht gesunken sein dürfte. Sie ist im dritten Jahr in Folge zurückgegangen, liegt aber auch im fünften Jahr nacheinander oberhalb von 20.000.
Bistum Münster hat die meisten Mitglieder
Insgesamt sank die Zahl der Katholikinnen und Katholiken in der Diözese laut Angaben um etwa 40.000, hier sind unter anderem Sterbefälle mitgezählt. Mit 1,59 Millionen Katholiken war Münster Ende 2025 zum zweiten Mal das mitgliederstärkste deutsche Bistum.
330 Menschen traten im Bistum im vergangenen Jahr wieder in die katholische Kirche ein, 170 traten aus anderen christlichen Konfessionen zum Katholizismus über. Es gab 9.937 Taufen, rund 700 weniger als 2024.
Etwas mehr Gottesdienstbesuch
Die Zahl der sonntäglichen Gottesdienstbesuchenden wird mit knapp 88.000 angegeben, das sind gut 2.800 mehr als 2024. Damit besuchten 5,5 Prozent aller Katholikinnen und Katholiken die Messe. Die Aussagekraft dieser Zahl wird allerdings bezweifelt, da sie nur auf Stichproben an zwei einzelnen Wochenenden im Jahresverlauf beruht.
Gut 13.500 Kinder gingen zum ersten Mal zur Kommunion, etwa 200 mehr als 2024. Leicht zurückgegangen sind die Zahlen bei den Firmungen – von 8.505 auf 8.260 – und Trauungen – von 1.765 auf 1.570. Kirchlich bestattet wurden 17.194 Menschen. Im Jahr 2024 waren es 17.344 gewesen.
Antonius Hamers dankt für Engagement im Bistum Münster
Diözesan-Administrator Antonius Hamers sagte laut Pressestelle, er wolle die Veränderungen nicht kleinreden: „Viele Zahlen gehen zurück. Aber: Das Engagement von Christinnen und Christen im Bistum Münster ist nach wie vor herausragend. Wie viel ärmer wäre unsere Gesellschaft ohne diese Menschen, die auf vielfältige Weise in der Nachfolge Jesu Christi leben.“
Hamers dankte „allen, die durch ihre Zugehörigkeit zur Kirche, durch ihre Kirchensteuer oder mit Spenden unsere Arbeit unterstützen“, sowie insbesondere allen Haupt- und Ehrenamtlichen in den Pfarreien und Einrichtungen. Sie würden mithelfen, dass viele Menschen – darunter Kita-Kinder, deren Eltern, Schülerinnen und Schüler sowie Ratsuchende in Einrichtungen der Caritas – jeden Tag die Botschaft eines Gottes erfahren, „der sich jedem Menschen zuwendet“.
Der Übergangsleiter des Bistums betonte, die Kirche von Münster wolle eine „einladende, offene, tolerante und glaubhafte Kirche sein, die zwar nicht jedem Zeitgeist hinterherläuft, aber nah dran ist am Puls der Zeit und an den Lebenswirklichkeiten vieler Menschen“.