FINANZEN

Osnabrück unter Finanzdruck: Bistum gibt Gebäude in Wallfahrtsort auf

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Millionen für Sanierung fehlen: Das Bistum Osnabrück kann die nötigen Renovierungskosten nicht tragen. Wie es in Rieste weitergeht.

Von KNA

Aus Kostengründen will das Bistum Osnabrück das Gebäude der Kommende Lage in Rieste verkaufen. Wie das Bistum am Mittwoch mitteilte, hatte Generalvikar Ulrich Beckwermert die Gemeinde am Dienstag darüber informiert, dass das Bistum die Kosten für die Sanierung des jahrhundertealten Anwesens nicht tragen könne.

Während das Gebäude der Kommende zum Verkauf stehe, bleibe das Pfarrhaus im Besitz der Pfarrgemeinde. Auch die Wallfahrt solle vom Bistum weiter gefördert werden, so Beckwermert. „Die Kirche Sankt Johannes der Täufer ist ein geistlicher Leuchtturm. Wir wollen ihn in Zukunft weiter leuchten lassen, auch wenn wir jetzt zu diesem Verkauf gezwungen sind.“ Es sei geplant, Stellen für pastorales Personal zu schaffen, um den Pilgerinnen und Pilgern weiterhin ein seelsorgerliches Angebot machen zu können.

Den Aufwand nur für die grundlegenden Sanierungsarbeiten an der Kommende beziffert die Bistumsverwaltung auf einen niedrigen einstelligen Millionenbetrag. „In der jetzigen finanziellen Situation des Bistums, mit diesem hohen Konsolidierungsbedarf, kann es diese zusätzlichen Ausgaben nicht stemmen“, so Beckwermert. Das Bistum habe eine Maklerfirma beauftragt und wolle Kaufinteressenten genau prüfen. Gesucht sei ein seriöser Käufer mit ansprechendem Konzept, der die Geschichte des Ortes bei der Nutzung berücksichtigt.

Zwei Ordensgemeinschaften ziehen weg

Verbunden mit dem Verkauf ist der Wegzug der zwei Ordensgemeinschaften, die derzeit noch in dem Gebäude leben. Die fünf Brüder der Franziskaner-Minoriten und die zwei Schwestern der Klarissen-Kapuzinerinnen werden in den kommenden Monaten die Kommende verlassen. Die Klarissen gehen Ende August nach Xanten. Sie waren vor zwei Jahren eingezogen. Damals war schon vereinbart worden, dass die Schwestern zwei Jahre auf Probe auf Lage bleiben. Die Mitglieder der Franziskaner-Minoriten sind seit 2021 vor Ort und werden während der Wallfahrtssaison 2026 auf Lage bleiben.

Klösterliches Leben gibt es auf Lage schon seit Mitte des 13. Jahrhunderts. Die Wallfahrt in Lage hat ebenfalls eine etwa 800 Jahre alte Tradition. Ihr Kennzeichen ist die Kreuztracht.

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