Generalvikar Theo Paul schreibt Brief an Mitarbeiter

Bistum Osnabrück zum Missbrauch: 35 Beschuldigte, 68 Betroffene

Im Bistum Osnabrück sind im Zusammenhang mit der Studie der Deutschen Bischofskonferenz zu sexuellem Missbrauch insgesamt 35 Beschuldigte und 68 Betroffene ermittelt worden. Diese Zahl teilte der Osnabrücker Generalvikar Theo Paul in einem Brief an alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bistums mit, der im Internet auf www.bistum.net veröffentlicht worden ist. Die Zahlen bezögen sich auf den Erhebungszeitraum 1946 bis 2015, erklärte Paul. Sie hätten sich teilweise durch Akteneinsicht und teilweise dadurch ergeben, dass sich Betroffene bei den Ansprechpersonen des Bistums gemeldet hätten.

„Die systematische Aufarbeitung des Missbrauchs der Kirche steht erst am Anfang“, betonte Paul. Die Studie liefere dazu einen wertvollen Beitrag und „hoffentlich“ weitere Hinweise, die in das Bemühen um kritische Selbstreflexion, wirksame Prävention und stringente Verfolgung von Fehlverhalten einfließen könnten. „Ein besonderes Augenmerk gilt dabei der Aufdeckung von Machtstrukturen, die Missbrauch begünstigen, um noch genauer zu verstehen, wie es zum Missbrauch in der Kirche kommen konnte.“

„Auch wir Verantwortliche ringen um angemessene Antworten“

Der Generalvikar schreibt, ihm sei sehr bewusst, dass jeder Mitarbeiter des Bistums in Gesprächen vor Fragen gestellt werde. „In diesen Tagen ringen auch wir Verantwortliche um angemessene Antworten“, so Paul. Auch er habe die jetzt bekannt gewordenen Zahlen „bestürzt und entsetzt wahrgenommen“. Ausführlicher und differenziert werde das Bistum Osnabrück am 25. September über den Beitrag zur Studie und über weitere Maßnahmen zur Aufklärung und Prävention von sexuellem Missbrauch informieren. Dies werde im Anschluss an die Pressekonferenz der Deutschen Bischofskonferenz zur Missbrauchsstudie an diesem Tag geschehen.