283 Beteiligte aus dem Generalvikariat in Münster

Bistums-Beschäftigte mit Job zufrieden – Sorgen bei Thema Pflege

Rund 67 Prozent der Mitarbeiter in deutschen Bistumsverwaltungen sind einer Studie zufolge mit ihrer Arbeit zufrieden. 72 Prozent fühlen sich demnach ihrem Dienstgeber verbunden. Zu diesem Ergebnis kommt die repräsentative Studie des Zentralinstituts für Ehe und Familie in der Gesellschaft (ZFG) der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt. In ihr sollte im Auftrag der Deutschen Bischofskonferenz die Zufriedenheit kirchlicher Mitarbeiter erforscht werden.

Bei aller Zufriedenheit wurde aber auch Handlungsbedarf festgestellt - den größten bei den Betreuungsmöglichkeiten für pflegebedürftige Angehörige und Kinder. Von den 3.191 Menschen, die sich bei der Befragung zum Thema Pflege äußerten, unterstützt jeder fünfte einen pflegebedürftigen Angehörigen - Tendenz steigend. Während die Beschäftigten die Relevanz des Themas mit 4,06 von 5 Punkten bewerteten, gaben sie ihre Zufriedenheit hierbei nur mit 2,94 an. Nirgendwo war die Diskrepanz größer. Insgesamt ist den Beschäftigten laut Studie die flexible Gestaltung von Arbeitszeiten am wichtigsten.

Erzbischof Koch: Thema Kirche wird für Arbeitgeber Kirche wichtiger

Der Vorsitzende der Familienkommission der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Heiner Koch, sagte, der demografische Wandel werde das Thema Pflegebedürftigkeit auch für die Kirche als Arbeitgeber noch wichtiger machen. Familienpolitik sei für die Kirche wichtiger als Wirtschaftspolitik. Zudem arbeiteten zufriedene Mitarbeiter besser.

ZFG-Mitarbeiterin Jasmin Gotschke sagte, über die Hälfte der Beschäftigten habe gesagt, nur in geringem Maße über die Angebote des Arbeitgebers zu familienfreundlichen Leistungen informiert worden zu sein. Hier sei eine bessere Kommunikation wünschenswert.

Wie die Studie ablief

Das ZFG befragte rund 4.000 Mitarbeiter in 24 von 27 Bistumsverwaltungen online und anonym. Die Studie war zweigeteilt. In einem ersten Schritt wurden im Jahr 2015 Führungskräfte zu ihrem familienbezogenen Angebot für Mitarbeiter befragt. Dabei machten Vertreter aller Diözesen außer Passau, Erfurt und Magdeburg mit.

2017 wurden auch die weiteren Büromitarbeiter um ihre Meinung zu familienfreundlichen Leistungen gebeten. 22 Bistümer waren dabei; es fehlten Passau, Limburg, Speyer, Görlitz und Mainz. Erzbischof Koch erläuterte, Görlitz habe zum Beispiel nicht mitgemacht, weil man dort wegen der überschaubaren Größe der Bistumsverwaltung befürchtet habe, dass einzelne Mitarbeiter hinterher erkennbar sein könnten.

Zahlen aus Münster

Im Generalvikariat Münster haben sich laut Pressestelle 283 von etwa 650 Beschäftigten an der Online-Umfrage beteiligt. Sie hätten die familienfreundlichen Leistungen des Arbeitgebers mit einem Wert vergleichbar der Schulnote „gut“ beurteilt.

Gelobt worden seien etwa Möglichkeiten der Flexibilisierung von Arbeitszeit. Das Generalvikariat verweist darauf, dass seine Zertifizierung im Audit-Verfahren „Beruf und Familie“ bestätigt worden sei.