Generalvikar Köster informiert Diözesanrat

Bistumsleitung in Münster empfiehlt Kirchengemeinden Cloud-Lösung

Das Bischöfliche Generalvikariat lädt die Kirchengemeinden im Bistum Münster ein, sich in der Informations- und Datenverarbeitung einer Cloud-Lösung anzuschließen. Dabei werden Daten, Software, Speicherplatz und Rechenleistung in ein Rechenzentrum ausgelagert. Vor den Mitgliedern des Diözesanrates sagte Generalvikar Norbert Köster am Freitag in Münster, dies würde zu Einheitlichkeit und einem besseren Service führen.

Derzeit sei die Hotline des Generalvikariats oft überfordert wegen der unterschiedlichen Systeme in den Gemeinden. In Zukunft werde der Support nur noch für diejenigen Gemeinden bereitgestellt, die sich dem Cloud-Konzept anschließen. Dieses Konzept führe auch dazu, dass bei einem Diebstahl eines Computers nicht mehr Daten geklaut werden könnten. Köster fügte hinzu, es gebe noch  Gemeinden auf dem Land, die nicht über ausreichende Datenleitungen verfügten.

Mehr Geld in den Kirchengemeinden

Der Generalvikar wies darauf hin, dass das Bistum derzeit an der Bildung der Marke „katholische Kirche im Bistum Münster“ arbeitet. „Wir versprechen uns davon eine ganze Menge“, betonte Köster. Bei vielen Einrichtungen sei den Menschen nicht bekannt, dass die katholische Kirche dahinter stecke. Auch solle so das Gefühl der Zusammengehörigkeit im Bistum gestärkt werden. Darüber werde auch im Bischöflichen Rat gesprochen und über die Mittel dafür werde im Kirchensteuerrat entschieden.

Köster erklärte außerdem, bei den Finanzen werde das Verfahren der Schlüsselzuweisungen an die Gemeinden geändert. Ein größerer Betrag als bisher könne in den Gemeinden bleiben. Bei Zuschüssen des Bistums werde künftig von vornherein ein klarer Finanzrahmen mit einem Festpreis vereinbart. Wenn es dann bei einem Vorhaben Kostensteigerungen gebe, sei die Gemeinde zuständig, weil die Ressourcen auf Bistumsebene knapper würden. „Das Verfahren ist sehr transparent“, unterstrich Köster.

Genn: Möglicherweise Rekordbeteiligung am Katholikentag 2018

Bischof Felix Genn sagte zum für Mai 2018 in Münster geplanten Katholikentag, die Anmeldezahlen ließen möglicherweise sogar auf eine Rekordbeteiligung schließen. „Die Zahlen scheinen dafür zu sprechen, dass wir uns über eine mangelnde Beteiligung nicht zu beklagen brauchen.“

Ausführlich sprach der Diözesanrat über Prioritäten und Posterioritäten – also über das, was im Bistum für vorrangig und was für nachrangig oder verzichtbar gehalten wird. Zu den Prioritäten beschloss der Diözesanrat ein Papier, das vorsieht, die Evangelisierung als Fundament allen pastoralen Handelns anzusehen. Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene werden unter anderem als wichtige pastorale Zielgruppe angesehen. Außerdem spricht sich der Diözesanrat dafür aus, bewusst Experimente zu wagen und Neues auszuprobieren. Ausführlich hatte das Gremium bereits in früheren Sitzungen über die Prioritäten gesprochen.

Intensive Diskussion über Kriterien für Streichungen

Intensiv diskutierte das Gremium auch über die Kriterien für Posterioritäten und verzichtete bewusst darauf, über konkrete Streichungsvorschläge zu reden. Bischof Genn räumte ein, dass eine Kürzung auch immer Verletzungen und Tränen mit sich bringe. Das habe er auch während seiner Zeit im Bistum Essen erlebt. Der Diözesanrat entschied sich für ein Arbeitspapier zu den Posterioritäten.

Demnach soll bei der Entscheidung über verzichtbare Einrichtungen und Tätigkeitsfelder berücksichtigt werden, ob der christliche Auftrag und das christliche Profil erkennbar sind. Außerdem geht es darum, ob durch den personellen Aufwand Einrichtungen und Tätigkeitsfelder, die als vorrangig erachtet werden, beeinträchtigt werden. Der Qualitätsstandard und der finanzielle Aufwand zählen zu den weiteren Kriterien. Weihbischof Wilfried Theising aus Vechta unterstrich, es gehe nicht nur um die Kosten, sondern es könne auch sein, dass Aufgaben gestrichen würden, obwohl Geld vorhanden sei.