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Der Sänger der britischen Punkrockband Bollock Brothers, Jock McDonald, ist unter tragischen Umständen gestorben. Mit Münster verband ihn eine Kirche besonders.
Jock McDonald, Sänger und Frontman von The Bollock Brothers, ist am 26. Juli 2025 bei einem Badeunfall in Irland ums Leben gekommen. Die 1979 gegründete britische Punkrockband war oft in Münster und im Ruhrgebiet bei Stadtfesten und Konzerten zu Gast. Bekannt wurde die Band durch den 1985 geschriebenen Hit „Faith Healer“, der bei allen Konzerten gespielt wurde.
Mit Münster verband der irisch-stämmige Jock McDonald neben persönlichen Beziehungen eine Liebe zur St.-Lamberti-Kirche. In einem Gespräch mit Kirche+Leben sagte er einmal, dass er bei Münster-Besuchen dort regelmäßig die Gottesdienste feiere und in dieser Kirche zur Beichte gehe.
Jock McDonald: Begeistert von der „Himmelsleiter“
Jock McDonald hatte sich im vergangenen Jahr begeistert über das Kunstprojekt „Himmelsleiter“ der Künstlerin Billi Thanner geäußert. Die „Himmelsleiter“, eine Lichtinstallation, hing über viele Monate am Turm der Lamberti-Kirche am Prinzipalmarkt. „Ich habe nie etwas Vergleichbares in einer Kirche gesehen. Warum habt ihr die Himmelsleiter nach Paris gehen lassen?“, fragte sich damals der Punkrocksänger.
In mehreren Songs verarbeitete er biblische Texte und die christliche Hoffnung. In dem Song „Faith Healer“ heißt es zum Beispiel: „Deine Seele muss gar nicht traurig sein. Alles, was von Dir verlangt wird, ist, zu glauben. - Glaube, Hoffnung, Nächstenliebe: So sieht’s aus – ist doch ganz einfach.“
„The Bollock Brothers“: 2024 noch in Münster zu sehen
Interview, 2. August 2024: Die britische Rockband „The Bollock Brothers“ wird mit ihrem Frontmann Jock McDonald beim Stadtfest „Münster mittendrin“ Mitte August in Münster auftreten, und zwar an der Lambertikirche. Was ihm dieses Gotteshaus bedeutet, verrät Jock McDonald im Gespräch mit Kirche+Leben.
Herr McDonald, beim bevorstehenden Stadtfest am dritten August-Wochenende in Münster treten Sie mit Ihrer Rockband The Bollock Brothers auf der Bühne vor der Lambertikirche auf. Sie waren schon häufiger zu Gast in Münster. Was ist an der Stadt so faszinierend?
Viele Dinge faszinieren mich an Münster: zunächst die wunderbaren Kirchen. Ich als Katholik weiß das sehr zu würdigen. Auch die schönen Schwimmbäder gehören dazu, die Landschaft sowieso. Ich habe Freunde in Münster, zum Beispiel Bernie (Bernd) Redecker von der Gorilla-Bar in der Altstadt und Bernhard Kuhlmann, der Betreiber der Sputnikhalle am Hawerkamp ist, wo Konzerte und Festivals stattfinden.
Als vor einigen Monaten am Turm der Lambertikirche die „Himmelsleiter“ zu sehen war, kamen Sie extra aus London nach Münster, um die Lichtinstallation zu betrachten. Wie haben Sie das Kunstwerk empfunden?
Ehrlich gesagt war ich in der Lambertikirche zur Beichte und habe die Heilige Kommunion empfangen. Meine langjährige Freundin Sandra Newels, eine Münsteranerin, hat den Gottesdienst für mich übersetzt. Ich war absolut begeistert von der Himmelsleiter der Künstlerin Billi Thanner. Ich habe nie etwas Vergleichbares in einer Kirche gesehen. Warum habt ihr die Himmelsleiter nach Paris gehen lassen?
Sie sind gebürtiger Ire und gläubiger katholischer Christ. Was bedeutet Ihnen der Glaube? Wie leben Sie ihn?
Wir irischen Katholiken haben einen sehr ausgeprägten Glauben, ebenso meine schottische Seite – mein Vater war Schotte. Wir besuchen die Gottesdienste sehr regelmäßig, lesen die Bibel, das Alte und das Neue Testament. Meine Kirche hier in London, wo ich wohne, die Kirche Most Precious Blood, ist einzigartig. Viele Freunde und Bekannte sind von der Kirche von England zum katholischen Glauben gewechselt. Die Divine Mercy, die Barmherzigkeit, hat einen großen Einfluss auf mich. Ich verehre besonders die Heilige Maria Faustyna Kowalska, eine polnische Ordensfrau und Mystikerin, die sich für die Einführung des „Sonntags der göttlichen Barmherzigkeit“ eingesetzt hat. Ich hätte übrigens nie gedacht, dass ich mit den Bollock Brothers direkt neben der Lambertikirche am Lambertikirchplatz beim Stadtfest ein Konzert spielen würde.
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