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Diaspora-Aktion 2021 steht unter dem Motto „Werde Liebesbote!“

Bonifatiuswerk startet Sammlung für katholische Minderheiten

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Alljährlich im November ruft das Bonifatiuswerk zu Spenden für katholische Minderheiten auf. Bekannt vor allem durch die gelben „Boni-Busse“ fördert die Hilfsorganisation viele Projekte in Deutschland und Nordeuropa.

„Werde Liebesbote!“ - unter diesem Leitwort steht in diesem Jahr die bundesweite Diaspora-Aktion des Bonifatiuswerks der deutschen Katholiken. Sie wird am Sonntag in Hildesheim eröffnet. Zwei Wochen lang informiert das kirchliche Hilfswerk über die Lage von Katholiken, die in einer Minderheitensituation leben, bevor es am dritten Sonntag im November, dem sogenannten Diaspora-Sonntag, in allen katholischen Gottesdiensten um Spenden bittet.

„Mit dem Motto ‚Werde Liebesbote‘ möchten wir zum Ausdruck bringen, dass die Liebe zum Kern des christlichen Glaubens gehört und alle Christen dazu eingeladen sind, Liebesboten zu sein oder zu werden, insbesondere durch tätige Nächstenliebe im Einsatz für ihre Mitmenschen“, erklärt der Generalsekretär des Bonifatiuswerks, Georg Austen. „Denn Kirche lebt von Menschen, die sich einbringen und Herz zeigen.“

 

Diaspora-Sonntag am 21. November

 

Der Gottesdienst in Hildesheim mit dem dortigen Bischof Heiner Wilmer beginnt um 10 Uhr. An der Feier nehmen auch Bischöfe aus Lettland, Island und Norwegen teil. Am 21. November, dem sogenannten Diaspora-Sonntag, sind bundesweit alle Kirchengemeinden eingeladen, die Gottesdienste zum Leitwort zu gestalten und eine Kollekte für die Arbeit des Bonifatiuswerks abzuhalten. Durch die Spenden kann das in Paderborn ansässige Hilfswerk Projekte in Nord- und Ostdeutschland, Skandinavien und dem Baltikum fördern.

Beispielsweise wird das Martinshaus in der lettischen Hafenstadt Liepaja unterstützt. Die Einrichtung ist seit vielen Jahren Anlaufstelle für Frauen in Krisen- und Notsituationen. Lettland gilt als eines der ärmsten Länder in der Europäischen Union. Alkohol, Gewalt und die Abwanderung von jungen Vätern auf der Suche nach höheren Löhnen tragen zum Zerfall von Familien bei.

 

Bonifatiuswerk unterstützt viele Projekte

 

Weitere Informationen auf der Webseite des Bonifatiuswerks.

Rund 30 Familien betreut Leiterin und Sozialarbeiterin Iveta Jansone und bringt ihnen Lebensmittel, Windeln für die Kinder sowie Brennholz im Winter. Zusätzlich können die Familien das Martinshaus auch aufsuchen. Dort finden sie nicht nur materielle, sondern auch psychologische Unterstützung. Mit Spenden in Höhe von 150 Euro kann das Haus einen Monat lang Lebensmittel für eine vierköpfige Familie finanzieren.

Unterstützt wird auch das Familienzentrum „Kloster Kerbscher Berg“ auf dem Gelände eines ehemaligen Franziskanerklosters im thüringischen Dingelstädt, das Ort der Begegnung und der Bildung sein will. Das Angebot reicht von Eltern-Kind-Kursen über Sprachkurse, Beratungs- und Trauergespräche, Sport bis hin zu kreativen Handwerks- und Glaubenskursen. Die Einrichtung will ihr religiöses Angebot erweitern und die ehemalige Klosterkirche zu einem Gotteshaus für Familien umbauen. Dafür erhält sie vom Bonifatiuswerk finanzielle Hilfe.

 

Katholische Minderheiten im Blick

 

Seit jeher fördert die 1849 gegründete Hilfsorganisation den Bau und die Restaurierung von Kirchen. Tradition hat auch die Unterstützung für die Ausbildung von Priestern und Seelsorgern. Doch inzwischen richtet das Hilfswerk den Blick vermehrt auch auf neu entstehende Diaspora-Situationen in Deutschland, wo selbst aus früher „streng katholischen“ Bistümern wie Münster, Köln und Paderborn heute Minderheitsregionen geworden sind.

Konkrete Hilfe und gleichzeitig ein ins Auge springender Image-Gewinn sind in solchen Gegenden die „Boni-Busse“. Die rapsgelben Kleintransporter helfen beim Überwinden weiter Wege zum Kommunionunterricht, zur katholischen Schule oder zum Seniorentreff.

 

13 Millionen Euro Förderung

 

2020 hat das Bonifatiuswerk laut seinem Jahresbericht 771 Projekte mit 13 Millionen Euro gefördert. Die Erträge aus Kollekten – wie der am Diaspora-Sonntag – sind Corona-bedingt um 2,2 Millionen auf 2,77 Millionen Euro zurückgegangen – eine Entwicklung, die Generalsekretär Austen mit Sorge betrachtet.

Zugleich weist er darauf hin, dass sich die Einnahmen aus sonstigen Spenden und Erbschaften erhöht hätten. Es habe sehr viele Menschen gegeben, die gerade jetzt durch Spenden ihre Solidarität zum Ausdruck gebracht hätten. „Von daher sind wir sehr froh sowie den Spenderinnen und Spendern dankbar, dass wir in dieser Hinsicht im Gesamthaushalt stabil geblieben sind, um unseren Projektpartnern auch in schwierigen Zeiten zur Seite zu stehen.“

Das Bonifatiuswerk der deutschen Katholiken mit Sitz in Paderborn unterstützt Katholiken in einer Minderheitensituation, der sogenannten Diaspora, in Nord- und Ostdeutschland, Skandinavien und dem Baltikum. Das Wort Diaspora kommt aus dem Griechischen und bedeutet „Zerstreuung“. Das Bonifatiuswerk wurde 1849 in Regensburg vom Katholischen Verein Deutschlands als „Missionsverein für Deutschland mit dem Namen Bonifatius-Verein“ gegründet. Namensgeber ist der als Apostel der Deutschen geltende heilige Bonifatius (672/675-754). Unter anderem fördert das Werk Bau und Renovierung von Kirchen. Es unterstützt die Aus- und Weiterbildung von Priestern und die Seelsorge. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Motorisierung der oft großräumigen Diaspora-Gemeinden durch Kleinbusse. Zunehmend fördert das Werk auch neue pastorale Initiativen. 2020 leistete es Hilfe im Wert von insgesamt 13 Millionen Euro. Das Bonifatiuswerk erhält keine öffentlichen Mittel. Es bezieht sie aus Vermächtnissen, Schenkungen, Einzelspenden und Mitgliedsbeiträgen sowie aus der bundesweiten Sammlung in den katholischen Gottesdiensten am Diaspora-Sonntag, der immer am dritten Sonntag im November begangen wird. Mit ihm endet die jährliche Diaspora-Aktion des Hilfswerks. (KNA)

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