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Ein Bonner Lokalpolitiker fordert die Benennung einer Straße nach dem 2022 verstorbenen Papst Benedikt XVI. Was dagegen sprechen könnte.
Gibt es in Bonn künftig eine Joseph-Ratzinger-Straße? Ein Verein macht sich dafür stark. „Wir sind der Meinung, dass man dem verstorbenen Papst eine Straße in Bonn widmen sollte“, sagt Johannes Schott vom Bürgerbund Bonn (BBB) der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA).
Allein die Tatsache, dass der spätere Papst Benedikt XVI. (2005-2013) mehrere Jahre in der Stadt gelebt habe, verdiene eine solche Würdigung, so der Lokalpolitiker. Ratzinger war von 1959 bis 1963 Professor für katholische Theologie an der Universität Bonn.
„Darf keinen Generalverdacht geben“
Der BBB hatte im Sommer einen Antrag gestellt, Ratzinger in die Liste potenzieller Straßennamens-Paten aufzunehmen. Wie der „Generalanzeiger“ berichtet, vertagte die Stadtverwaltung die Entscheidung jedoch und kündigte ein Prüfverfahren an.
Während andernorts Straßen im Zusammenhang mit Missbrauchsfällen in der Kirche umbenannt werden, sieht Schott kein Hindernis für eine Ratzinger-Straße. „Es darf keinen Generalverdacht geben“, betont er. Im Prüfverfahren werde die Person von Fachleuten der Stadtverwaltung bewertet.
Erster Anlauf gescheitert
Ein erster Vorstoß des BBB im Jahr 2023 scheiterte, weil Straßen in Bonn nur nach seit mindestens einem Jahr verstorbenen Persönlichkeiten benannt werden dürfen. Die Frist ist nach Ratzingers Tod am 31. Dezember 2022 inzwischen abgelaufen.
Die Aufnahme in die Namensliste bedeutet allerdings noch keine sichere Benennung. Diese muss in den lokalen Räten beschlossen werden. Zudem ist es in Bonn selten, bestehende Straßen umzuwidmen, da dies für Anwohner mit Aufwand und Kosten verbunden ist.