Nur wenige Menschen kamen zu Schaden

Brand von Notre-Dame in Paris verursacht Milliardenschaden

Nach dem Brand der Kathedrale Notre-Dame in Paris sind erste Schäden aufgenommen worden. Der mittelalterliche Dachstuhl, die originale Eichenkonstruktion aus dem 13. Jahrhundert: verloren. Teile der Gewölbekuppeln: eingestürzt. Eines der ersten Opfer war der 96 Meter hohe hölzerne Vierungsturm aus dem 13. Jahrhundert. Er brach unter den Flammen in sich zusammen. Temperaturen von bis zu 1.000 Grad, Rauch, aber auch Löschwasser haben schwerste Schäden am Mauerwerk der Kirche verursacht.

Offenbar haben mehr als 400 Pariser Feuerwehrleute aber das Allermeiste richtig gemacht. Hätten sie den Ratschlag von US-Präsident Donald Trump umgesetzt, Löschflugzeuge mit Wassertanks einzusetzen, wäre die Katastrophe noch verschlimmert worden. Experten zufolge wären durch mehrere Tonnen Wasser auf einmal die Gewölbe und Mauern erdrückt und wahrscheinlich das Gebäude zum Einsturz gebracht worden. Die Feuerwehr konnte ein Übergreifen auf die umliegende Altstadt verhindern.

Wichtige Reliquien

Gerettet wurden nicht nur das Gebäude mit seiner Gesamtstruktur, sondern auch wichtige Kunstschätze und Reliquien. Die als Dornenkrone Jesu Christi verehrte Hauptreliquie der Kirche; das Altarkreuz; das Goldgewand König Ludwigs des Heiligen; Gemälde; liturgische Geräte: gerettet. Was von der Einrichtung verloren ging, ist noch nicht bekannt, ebenso der Zustand von Glasfenstern, Glocken und Orgel.

Ein weiteres Glück im Unglück: Nur wenige Menschen kamen bei der Brandkatastrophe zu Schaden - und das trotz der extrem gefährlichen Löschbedingungen. Ein Feuerwehrmann wurde durch niederregnendes Blei von den geschmolzenen Dächern schwer verletzt.

Kein Hinweis auf Brandstiftung

Zur Ursache des Großfeuers hat sich die Staatsanwaltschaft schon in der Nacht festgelegt. Es gebe keine Hinweise auf einen Anschlag oder Brandstiftung. Ein Defekt oder Fehler bei den laufenden Renovierungsarbeiten habe den Brand ausgelöst.

Bis 2027 sollte Notre-Dame umfassend restauriert werden; die Bauarbeiten hatten erst zu Jahresanfang begonnen. Statuen, Wände und Stützbögen hatten über die Jahrhunderte stark gelitten; die Pfeilerstruktur wies Rostschäden auf. Auf 150 Millionen Euro waren die Baukosten zuletzt angesetzt worden. Nun wird es ein Vielfaches werden; eine Milliardenkatastrophe.

Timmerevers äußert sich erschüttert

Der aus dem Bistum Münster stammende Dresdner Bischof Heinrich Timmerevers zeigte sich von den Bildern der brennenden Kathedrale „bis ins Mark erschüttert“. Er sei mehrfach in Notre-Dame zu Gast gewesen und habe die Kathedrale „als einen Ort erlebt, wo Menschen Sicherheit, Orientierung und Geborgenheit finden“.

„Die Kathedrale ist ein Ort voller Hoffnung und Sehnsucht der Menschen, ein Zeugnis des christlichen Glaubens“, erklärte Timmerevers. „Nun mussten wir erleben, wie verletzlich und zerbrechlich diese Kathedrale ist, an der Menschen über Jahrhunderte zur Ehre Gottes gebaut haben. Dass dieses Refugium für die Menschen aus Paris, Frankreich und aller Welt nun massiv zerstört ist, berührt mich zutiefst.“