Anglikaner öffnen Räume am Wochenende des EU-Austritts

Brexit: Kirche ruft zu Tee und Gebet zur Versöhnung

Die Bischofskonferenzen von England-Wales und Schottland werden auch nach dem Brexit in der katholischen EU-Bischofskommission COMECE vertreten sein, allerdings nur als Beobachter. Die Kirchen wollten so ein „deutliches Zeichen“ setzen, dass sie für ein vereintes Europa stehen, sagte Bischof Ägidius Zsifkovics, Vertreter der Österreichischen Bischofskonferenz in der COMECE.

Er bezeichnete den Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union als „tragische Entwicklung“, noch dazu, wo Europa dem Vereinigten Königreich so viel verdanke. Deshalb sei es auch allen Mitgliedern der COMECE wichtig gewesen, dass britische Vertreter weiterhin an den Beratungen teilnehmen, sagte er.

Kirche will Räume zum Zuhören schaffen

Derweil will die anglikanische Kirche zur Versöhnung der Brexit-Lager beitragen. Erzbischof Justin Welby von Canterbury, geistliches Oberhaupt der Kirche von England und Ehrenoberhaupt der anglikanischen Weltkirche, rief zum Gebet „in dieser kritischen Zeit“ auf. Am bislang geplanten Wochenende für den Austritt Großbritanniens aus der EU ab dem 29. März wollen sich die anglikanischen Gemeinden im Königreich öffnen für Brexit-Gesprächsrunden mit Tee und Gebet.

Für die einen sei der Brexit Grund zum Feiern, für die anderen Anlass zur großer Trauer, hieß es. Von jetzt an dürfe sich aber niemand mehr darüber definieren, wie er in dem Referendum über den Verbleib in der EU gestimmt habe. Jetzt müsse mit der schwierigen Arbeit des gegenseitigen Zuhörens begonnen werden. Die Kirche wolle dafür geeignete Räume schaffen.

Mögliche Einstiegsfragen

Jeder müsse mit Respekt behandelt werden, unabhängig von seiner Meinung zum Brexit. Eine Handreichung der Kirche formuliert auch mögliche Einstiegsfragen für Gespräche: „Welche Auswirkungen hat der Brexit in deiner Familie oder deinem Freundeskreis? Was können wir dazu beitragen für eine sozial gerechtere Gesellschaft, auch mit Blick auf eine bessere Zukunft für die nächste Generation?“