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Der wohl älteste katholische Priester der Welt ist tot. Er wurde 110 Jahre alt und blieb selbst im Ruhestand jahrzehntelang als Seelsorger aktiv.
Bruno Kant, laut Vatikan der älteste katholische Priester weltweit, ist tot. Kant starb am Freitagabend im Alter von 110 Jahren im hessischen Eichenzell-Löschenrod, wie das Bistum Fulda am Samstag mitteilte. Kant zählte auch zu den ältesten lebenden Deutschen.
Am 26. Februar hatte der Ruhestandspriester seinen 110. Geburtstag gefeiert. Zu diesem Anlass erhielt er ein persönliches Gratulationsschreiben von Papst Leo XIV. Darin dankte das Kirchenoberhaupt dem früheren Pfarrer für seinen langjährigen hingebungsvollen Dienst.
Bischof Gerber: Bruno Kant hat Generationen geprägt
Fuldas Bischof Michael Gerber würdigte Kant am Samstag als Priester, dessen Glaubenszeugnis und Dienst viele Menschen über Generationen hinweg geprägt hätten. "Bis ins hohe Alter strahlte er jene Bescheidenheit, Menschenfreundlichkeit und geistliche Tiefe aus, die sein ganzes priesterliches Leben geprägt haben." Das Bistum Fulda verliere mit Kant einen Priester, "dessen Lebensweg mehr als ein Jahrhundert kirchlicher und gesellschaftlicher Geschichte berührte".
Bruno Kant wurde am 26. Februar 1916 in Werblin/Westpreußen geboren. Nach dem Abitur 1934 in Danzig begann er ein philosophisches und theologisches Studium. 1943 wurde Kant zum Militärdienst einberufen. Erst nach der Rückkehr aus russischer Kriegsgefangenschaft 1948 konnte er sein Theologiestudium in Fulda wieder aufnehmen. 1950 wurde er im Fuldaer Dom zum Priester geweiht.
Kant: Über drei Jahrzehnte in einer Gemeinde
Nach Stationen als Kaplan wirkte Kant ab 1960 mehr als drei Jahrzehnte lang als Pfarrer in der Gemeinde St. Ägidius in Petersberg-Marbach. "Mit großem Engagement verstand es Kant, Menschen für gemeinsame Aufgaben zu gewinnen und Verantwortung vor Ort zu bündeln", hieß es dazu vom Bistum Fulda.
Nach seinem Eintritt in den Ruhestand 1991 zog Kant nach Eichenzell-Löschenrod und blieb auch als Ruhestandspriester eng mit dem Gemeindeleben verbunden. Noch bis zu seinem 102. Lebensjahr übernahm er regelmäßig seelsorgliche Dienste. In Petersberg-Marbach trägt eine Straße seinen Namen; in Eichenzell-Löschenrod wurde der Platz an der Kirche zu seinen Ehren als "Pfr.-Bruno-Kant-Platz" benannt.
Gebet und Sudoku
"Durch das Beten bleibe ich jung", hatte Kant im November 2025 dem Portal katholisch.de gesagt. Er bete täglich, lese in seinem Brevier, dem Gebetsbuch für katholische Priester – und löse Sudoku-Rätsel. "Ich hatte immer einen starken Glauben", so Kant damals. Zugleich frage er sich immer noch, warum "der liebe Gott so viel Unsinn, Unglück und Bosheit in der Welt zulassen kann".