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Die Buber-Rosenzweig-Medaille ehrt Menschen im christlich-jüdischen Dialog. Diesmal einen Schweizer Jesuiten und Theologen.
Der Judaist Professor Christian Rutishauser hat für seine Verdienste um interreligiöse Verständigung die Buber-Rosenzweig-Medaille erhalten. In seiner Laudatio würdigte Christoph Markschies, Theologe und Präsident der Union der deutschen Akademien der Wissenschaften, den christlich-jüdischen Einsatz des Schweizer Jesuiten.
Rutishauser zeige, wie man durch gute Theologie das Gewaltpotenzial reduziere und dem Antisemitismus einen Riegel vorschiebe, sagte Markschies. Der Preisträger habe schon früh eine enge Verwandtschaft des jesuitischen und rabbinischen Glaubens- und Weltverständnisses gesehen. Der Laudator bescheinigte dem katholischen Geistlichen einen "praktisch gewordenen Dialog".
Rutishauser: Menschen müssen einander kennenlernen
Rutishauser zeigte sich dankbar, dass seine Arbeit gesehen werde, denn der Einsatz geschehe im normalen Alltag. Er forderte dazu auf, das Judentum in der heutigen Gesellschaft zu verstehen. "Christen überstülpen ihre Sicht häufig auf die Jüdinnen und Juden", so der Pater. Wichtig sei, auch die andere Perspektive anzunehmen.
Neben Bildung und Erinnerungsarbeit müssten die Menschen sich in ihrer Unterschiedlichkeit kennenlernen. Begegnungen etwa bei Kunst und Sport seien Prävention gegen Antisemitismus.
Hendrik Wüst: Jüdisches Leben sicher machen
Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) sagte, es sei Aufgabe Deutschlands, jüdisches Leben sicher und sichtbar zu machen. "Antisemitismus nimmt seit dem Überfall der Hamas mehr Platz in unserer Gesellschaft ein. Wir dürfen nicht zulassen, dass Juden sich unsicher fühlen", so Wüst.
Bei der Preisverleihung in Köln waren auch Kardinal Rainer Maria Woelki, die Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Kirsten Fehrs, und der Vizepräsident des Zentralrats der Juden, Abraham Lehrer, zugegen.
Der Preis
Frühere Träger der undotierten Auszeichnung sind unter anderen die ehemalige Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), der Schriftsteller Navid Kermani und der Sportverband Makkabi Deutschland. Der Preis ist nach den jüdischen Philosophen Martin Buber und Franz Rosenzweig benannt. Verantwortlich ist der Deutsche Koordinierungsrat der Gesellschaften für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit.