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Buch gibt auch Einblick in die Arbeit in einer Großpfarrei

Buch-Tipp: Pfarrer in Köln ermittelt nach Spuk im Abbruchhaus

In diesem Köln-Krimi scheint der Pfarrer gefragt. Denn in einem Abbruchhaus gehen Geister um. Wie Laurenz Broich das Rätsel auflöst.

 

Hat die Kirche nicht etwas parat für diese Fälle? Ängstliche Frage einer Mieterin in einem Abbruchhaus in Köln. Die leere Wohnung unter ihr wird schon saniert. Auf einmal finden sich dort Blutflecken, an die Wände gespritzt, immer wieder, trotz Überwachungskameras. Für sie gibt es keinen Zweifel: Der Geist einer Vormieterin, Opfer eines Mordes, geht dort um.

Ja, was hat die Kirche, was hat Pfarrer Laurenz Broich parat? Bestimmt nicht Kreuz und Weihwasser, wie er der alten Frau klarmacht. Aber gesunden Menschenverstand und Neugier. Und beides braucht er in diesem neuen Krimi.

Pfarrer muss bei Blutspritzern ermitteln

Eigentlich hat Broich in seiner großen Pfarrei genug zu tun. In diesem merkwürdigen Fall will er bestimmt nicht ermitteln. Außerdem kümmert sich im Auftrag der Immobilienfirma schon seine Schwester  um die Blutflecken, eine Privatdetektivin in dritter Generation. Laurenz Broich ist als Seelsorger eine große Ausnahme in dieser Familie.

Aber er stolpert geradezu in diesen Fall hinein, stößt durch beharrliches Nachfragen und einen Blick für Ungewöhnliches schließlich auf Fragen, die über das Problem der Immobilienfirma weit hinausgehen.

Pfarrer einer Großgemeinde

Blut und Verbrechen – damit kennt Pfarrer Laurenz Broich sich aus. Er war lange Gefängnispfarrer, ist gerade erst in eine Großgemeinde in der Kölner Innenstadt versetzt worden. An die Arbeit dort mit Zehntausenden Gläubigen muss er sich erst gewöhnen. Aber er gewinnt Freude daran. Detektiv will er deshalb nicht sein, eigentlich.

Doch dann bitten ihn die Menschen in innerer Not um Hilfe. Nicht nur, weil sie Angst vor Geistern haben und der Pastor eben für alles Übernatürliche zuständig ist. Andere kommen, weil die Blutflecken etwas aufrühren und sie Fragen nach Schuld und Vergebung bewegen. Schuld an entsetzlichen Verbrechen in der Vergangenheit.

Einblicke in den Pfarrer-Alltag

Der Leser bekommt in diesem Krimi einen wirklichkeitsnahen Einblick in den Alltag des Pfarrers, der Erzieherinnen einstellt und sich mit Gruppenmüttern für die Erstkommunion berät. Der sich aber auch den Blick für die Not der Mitmenschen bewahrt – und deshalb immer tiefer in diesen merkwürdigen Fall hineingezogen wird

Da begegnet ihm eine Verdächtige stilecht im Beichtstuhl, die zweite nach dem stillen Gebet in der letzten Kirchenbank, der dritte beim Hausbesuch mit Apfelkuchen. Allerdings: Dass sie alle verdächtig sind, weiß Laurenz Broich noch nicht. Jedenfalls nicht so genau. Langsam wird ihm klar: Dieser Fall hat auch mit seiner eigenen Geschichte zu tun.

Kölner Milieu - auch für Nicht-Rheinländer lesbar

Der Krimi spielt in einem typischen Kölner Stadtviertel („Veedel“), wo der Kiosk („Büdchen“) noch der Treffpunkt ist. Mahlmann streut Lokalkolorit gekonnt ein, jedoch so zurückhaltend, dass das Buch auch für Leser außerhalb des Rheinlands lesbar bleibt.

Der Leser geht mit dem Pfarrer gespannt durch die Geschichte, die sich unerwartet auflöst. Mit einer Lösung, die in die Nazizeit zurückführt und zu Verbrechen an Jugendlichen, die Geheimpolizei und SS verübt haben.

Eine Lebensfrage bleibt für Pfarrer Broich offen. Sie wird wohl Thema des folgenden Bandes dieser Reihe sein. Auf den darf man getrost gespannt sein. Denn Magnus Mahlmann versteht es, seine Leser gut zu unterhalten.

Magnus Mahlmann: „Und sie sollen von seinem Blut nehmen. Ein Fall für Laurenz Broich“, 240 Seiten, 12 Euro, J.P. Bachem Verlag. Das Buch können Sie hier bequem bestellen.

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