Markus Classen will Regionalgruppe neu beleben

Bund Katholischer Unternehmer vor Neustart in Münster

Das interessiert Markus Classen: Begegnung mit anderen, die als Unternehmer Verantwortung tragen, für Profit und Bilanzen, aber auch für Mitarbeiter. Im vergangenen Herbst war der Firmeninhaber aus Münster-Wolbeck deshalb in den Bund Katholischer Unternehmer (BKU) eingetreten und auch bei der Bundestagung in Münster dabei.

Eines suchte er anschließend aber vergeblich: Angebote in der Region Münster. Auf Nachfrage erfuhr Classen den Grund: Die regionale BKU-Gruppe Münster hat seit Beginn 2017 keine Leitung mehr, die das organisiert, was üblicherweise den Jahreskalender ausmacht: regelmäßige Treffen, Vorträge, Diskussionen, Austausch.

Die Gruppe war seit Anfang 2017 ohne Leitung

Der Grund: Für den bisherigen Leiter Wolfgang Graf von Ballestrem aus Ahlen hatte sich kein Nachfolger gefunden. Nach Ablauf seiner Amtszeit habe er sich wegen beruflicher Beanspruchungen außer Stande gesehen, weiterzumachen, erklärte er auf Nachfrage von „Kirche+Leben“. Auch die BKU-Bundestagung im vergangenen Oktober in Münster habe die Verbandszentrale in Köln organisiert.

Im Bistum Münster gibt es zwei BKU-Diözesangruppen, eine für Münster und eine für den Niederrhein. Zur Diözesangruppe Münster zählen laut BKU-Bundeszentrale in Köln derzeit 27 eingetragene Mitglieder und 57 weitere, die der Verband als „Interessenten“ bezeichnet. Sie werden zu den Treffen eingeladen, gehören aber nicht zum Verband. Zur Diözesangruppe Niederrhein gehören zwölf  feste Mitglieder und 71 Interessenten.

So freut sich Graf von Ballestrem darüber, dass sich mittlerweile jemand gefunden hat, der den katholischen Unternehmerverband in der Diözesan­gruppe Münster neu beleben möchte. Genau das hat sich der 44-jährige Markus Classen, Inhaber des Coachingbüros „Sinn meets Management“ mit Sitz im münsterschen Ortsteil Wolbeck, nämlich vorgenommen. Zu einem ersten Treffen hatte er Anfang Februar eingeladen.

Markus Classen leitet ein Coachingbüro

Classen ist verheiratet, hat drei Söhne und stammt aus Mühlheim an der Ruhr. Er war Messdiener, in der Jugendarbeit und im Pfarrgemeinderat seiner Heimatgemeinde aktiv und auch ein halbes Jahr lang Novize in Duisburg-Hamborn bei den Prämonstratensern.

Später, als Diplomkaufmann mit Schwerpunkt Psychologie und Erwachsenenbildung, hat er sich selbstständig gemacht. Seine elfköpfige Firma, das Coachingbüro „Sinn meets Management“  schult und berät in Unternehmen und Mitarbeiter, zum Beispiel Führungskräfte in Krankenhäusern.

„Unternehmer brauchen eine Pausentaste“

„Beim BKU geht es für mich darum, Katholisch-sein in den Alltag zu bringen“, sagt Classen. Das sei auch für Unternehmer wichtig. Classen zitiert Franz von Sales: „Er hat gesagt: ›Nimm dir jeden Tag eine halbe Stunde Zeit für Gott. Und wenn du wahnsinnig viel um die Ohren hast, dann nimm dir eine Stunde Zeit‹.“ Classen sagt: „Auch ein Unternehmer braucht eine eigene Pausentaste und muss sie bei sich kennen.“

Auch, um den Anforderungen gerecht werden zu können. „In einer Welt, in der alles komplexer und flexibler wird, in der wir mit starren Tarifverträgen oder Betriebsvereinbarungen umgehen müssen, muss ich Spannungen aushalten können und brauche eine Erdung, aus der ich entscheiden kann.“ Antworten gebe es viele, zum Beispiel psychologische und fernöstliche. „Und ich glaube, dass die katholischen Antworten auch gute Antworten sind“, ist Classen überzeugt.

Er hofft nun auf Interesse an den nächsten Treffen der Regionalgruppe. Sich selbst sieht er dabei nicht in der Rolle eines Leiters, wie er betont, sondern in der eines Ansprechpartners, der die Diözesangruppe neu anstoßen möchte. Falls es wieder einen Leiter geben sollte, so müsste der Bundesvorstand dazu eine Mitgliederversammlung der Diözesangruppe einberufen, die über dieses Amt entscheidet.