POLITIK

Bundesregierung kündigt Reformen an: Wie wichtig die katholische Stimme ist

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Bundeskanzler Friedrich Merz hat entschlossenes Handeln angekündigt. Die Kirche sollte sich nicht nur bei der Rentenreform einmischen.

Mal wieder ein Koalitionsgipfel. Und diesmal sogar Beschlüsse. Sonnige Statements im Garten des Kanzleramts. Endlich.

Im August 2025 prägte Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) das Wort vom „Herbst der Reformen“. Er verwendete es einige Male, dann war der Herbst wieder vorbei. Vielleicht meinte er doch 2026. Nun heißt es im Kanzlerdeutsch: „Den Herausforderungen unserer Zeit gerecht werden…, Deutschland in die Zukunft führen…“

Entschlossen Reformen angehen

Der Autor:
Christoph Strack (65) ist Journalist. Vor seiner journalistischen Ausbildung studierte er einst in Bonn und Jerusalem katholische Theologie. Bei der Deutschen Welle ist er Experte für Religion und Religionspolitik. Seit bald 34 Jahren gehört er der Bundespressekonferenz an.

Die Regierungskoalition kündigt nun große Reformschritte an, zur Reform der sozialen Sicherungssysteme, zum Bürokratieabbau, zu Steuern und Arbeit. Sie ist seit gut 420 Tagen im Amt. Der wesentliche Teil der nun avisierten Reformen wurde, gewiss lyrischer, im Koalitionsvertrag bereits angekündigt. Politisch war das in vielem ein verlorenes Jahr.

Umso wichtiger ist es, beim Reform-Projekt entschlossen voranzugehen und die Fachpolitiker der Bundestags-Fraktionen einzubinden. Und die Menschen im Land anzusprechen. Passend dazu sagte der Tübinger Rhetorik-Professor Olaf Kramer kürzlich, er vermisse beim Kanzler „eine versöhnende Rhetorik, die in der Lage ist, Brücken zu bauen“.

Wo Kirche mitreden kann und soll

Die Debatten der Gesetzgebungsverfahren werden nun parallel zu diversen Landtagswahlkämpfen laufen. Mit seinem Polit-Rap „Einfach mal machen“ tourt und talkt CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann seit über zwei Jahren durch Fernseh-Runden und durchs Land. Bislang hat seine Partei nicht auf ihn gehört.

Ein Detail der Ankündigungen sei erwähnt: Erwartungsgemäß bestätigte das Spitzengremium der Koalition die angestrebte Rentenreform. Die Vorschläge der „Alterssicherungskommission“ mit ihren 33 Einzelpunkten solle der Bundestag „bis Ende des Jahres“ beraten und verabschieden, so Merz. Dieses Thema „Rente der Zukunft“ ist es wert, hier eigens erwähnt zu werden. Denn schon vor Einsetzung der staatlichen Kommission hatten katholische Verbände und die Bischofskonferenz 2025 die Sicherung des Sozialstaats und Generationengerechtigkeit angemahnt. Seit Jahrzehnten werben kirchliche Stimmen unter Verweis auf die katholische Soziallehre für Kapitalbeteiligung in Arbeitnehmerhand, also Kapitalrente. Das zeigt, dass Kirche mit ihrer Expertise mitreden kann. Nach wie vor.

Dass sie beim Themenbereich Klimawandel und Wahrung der Schöpfung kaum gehört wird, muss nicht gegen sie sprechen. Die vier Spitzen der Koalition erwähnten diese brennende Frage überhaupt nicht. Kein Wort nach Tagen, die jedem die heiße Zukunft ausmalten – das sagte auch etwas.

In unseren Gastkommentaren schildern die Autor:innen ihre persönliche Meinung zu einem selbst gewählten Thema. Sie sind Teil der Kultur von Meinungsvielfalt in unserem Medium und ein Beitrag zu einer Kirche, deren Anliegen es ist, die Zeichen der Zeit zu erkennen.

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