Fabian Bocklage aus Ahlhorn ist Geistlicher Leiter des Verbands

Bundeskonferenz der Kolpingjugend tagt in Münster

An diesem Wochenende tagt in Münster die Bundeskonferenz der deutschen Kolpingjugend. Geistlicher Leiter des Verbandes ist Fabian Bocklage, der aus Großenkneten-Ahlhorn im Oldenburger Land stammt. Er beschreibt, warum er sich bei Kolping engagiert.

„Kirche+Leben“: Ein Jugendlicher kann sich in der Kirche in vielen Verbänden einsetzen. Warum tun Sie es bei Kolping?

Fabian Bocklage: Ich bin nach meiner Messdienerzeit mit 15 Jahren zur Kolpingfamilie Ahlhorn gekommen; da waren schon mein Vater und mein Großvater aktiv.

Warum sind Sie dann so lange bei Kolping geblieben?

Kolping verbindet für mich gelebten Glauben mit einem klaren Profil, mit dem ich voll übereinstimmen kann.

Welches Profil genau?

Die Gemeinschaft unter einer Idee, die nicht nur christlich und politisch ist, sondern Menschen immer wieder aufs Neue anspricht. Durch die Arbeit im Verband können wir Jugendliche stark begeistern für das Evangelium. Bei mir hat das zu einem Theologiestudium und dort zur Diplomarbeit über Kolping geführt.

Heute gehen Sie als Jugendreferent in Schwerin immer noch mit Jugendlichen um. Wie würden Sie für Kolping werben?

Jugendverbände können sich christlich engagieren und sich bewusst auch in die Weltpolitik einmischen. Wir können nicht immer alle politischen Meinungen und Entscheidungen einfach hinnehmen; viele lassen sich mit den Werten des Gesellenvaters Adolph Kolping nicht in Einklang bringen. Darauf muss die Kolpingjugend hinweisen. Wichtig ist deshalb, dass wir unsere Meinungen in der Kirche und in der Politik deutlich vertreten. Ganz nach dem Motto von Adolph Kolping: Wer Mut zeigt, macht Mut.

Kolping hat zu seiner Zeit die Gesellen auch gemahnt: Die Nöte der Zeit werden euch zeigen, was zu tun ist. Wo sehen Sie heute solche Nöte?

Das ist für mich ganz eindeutig: bei allen Problemen rund um die Flüchtlinge, die nach Deutschland gekommen sind. Und bei den politischen Spannungen, die wir seitdem erleben. Da müssen wir als Kolpingjugend unser Wort setzen und sagen: Jeder, der der Hilfe bedarf, sollte sie auch bekommen. Ganz nach den Worten des Evangeliums: Was Ihr dem Geringsten getan habt, dass habt Ihr mir getan.