Initiative des Deutschen Katechetenvereins

Bundesweite Kampagne wirbt für Bedeutung des Religionsunterrichts

Mit einer bundesweiten Aktion macht der Deutsche Katechetenverein auf den Wert und die Bedeutung von „Reli“ für die Gesellschaft aufmerksam. Plakate, Postkarten und ein Film sorgen für Gesprächsstoff über ein Fach, das häufig infrage gestellt wird.

Religionsunterricht ist mehr als das Auswendiglernen von Glaubenssätzen. Er trägt zur Allgemeinbildung bei und fördert Kompetenzen, die auch der Gesellschaft zugute kommen: Toleranz, Dialogfähigkeit, kritisches Denken, verantwortungsvolles, nachhaltiges Handeln und vieles mehr.

In der öffentlichen Diskussion und in der Politik aber wird Religion als ordentliches Lehrfach an staatlichen Schulen immer wieder infrage gestellt. Die Schüler sehen das ganz anders: die Abmeldezahlen für das Fach Religion sind gering. Eine bundesweite Kampagne „daRUm!“ des Deutschen Katechetenvereins (DKV) will daher den Wert und die Bedeutung des Religionsunterrichts für die Gesellschaft he­rausstellen.

Wertschätzung für Lehrer

Mit der Kampage will der DKV den Religionsunterricht ins Gespräch bringen, Menschen neugierig machen und Religionslehrern Wertschätzung und Respekt verschaffen. So wurden in vielen deutschen Städten bereits Veranstaltungen organisiert, öffentliche Reli-Stunden gegeben sowie Plakate und Postkarten mit provokanten Sprüchen verteilt wie: „Das Leben ist kein Ponyhof. Religionsunterricht hilft, Hürden zu nehmen“ oder „Faszination Darkness. Religionsunterricht hilft bei der Unterscheidung der Mächte“.

Darüber hinaus gibt es einen Film über die Bedeutung des Religionsunterrichts. Ausschnitte aus den Dreharbeiten und einzelne Filmaufnahmen sind kontinuierlich auf der Hompage der Aktion in der Rubrik „Nee, is nich egal!“ zu sehen. Am 28. September ist die Premiere des Films in Augsburg; danach wird er eine Woche lang auf „youtube“ abrufbar sein.

Mit wachem Blick durchs Leben

Auch ein Schülerwettbewerb hat bereits stattgefunden. Für alle, die auf der Suche nach Informationen über den Religionsunterricht in verschiedener Hinsicht sind, steht eine crossmediale Sonderseite zur Verfügung.

„Ein guter Religionsunterricht hilft Schülern, dass sie eben nicht mit jeder Herde mitziehen, sondern mit einem wachen Blick durch das Leben gehen“, erklärt Andrea Tüllinghoff, Religionslehrerin und Vorstandsmitglied des DKV Osnabrück. Sie ist davon übrzeugt, dass er christliches Grundwissen und Werte vermittelt und den Schülern hilft, ihre Zukunft in politischer, sozialer und ökologischer Verant­wortung zu gestalten. Dabei gehe es auch um Herzensbildung, Diskussionsfreiheit und Tiefgang, wofür im Religionsunterricht mehr als in allen anderen Fächern Platz sei, ergänzt ihr Kollege Matthias Wocken.

Schüler lernen Auseinandersetzung

Auch wichtige Begegnungen finden statt: Im Religionsunterricht erleben Schüler einen Lehrer, der sich einer Konfession oder Religion zugehörig fühlt und hier Position bezieht. Sie begegnen anderen Schülern des gleichen Glaubens, aber auch Gästen aus anderen Religionen oder Konfessionen. „Das schult die Dialogfähigkeit, und die Schüler lernen Begegnung und Auseinandersetzung“, betont Jens Kuthe vom DKV-Vorstand Osnabrück. Fähigkeiten, die heute immer wichtiger werden, damit Feindseligkeit und Hass keine Chance bekommen. Also: „Schon eine krasse Gelegenheit“, wie eine Schülerin im Werbefilm der Aktion passend betont.

„Der Unterricht ist aktueller und weniger statisch geworden“, erklärt Matthias Wocken. Zwar gebe es einen Lehrplan, den es zu beachten gelte, dennoch könne der Lehrer sich individueller als früher auf die Klasse und ihre Bedürfnisse einlassen und die Themen auf die Gruppe und aktuelle Anlässe abstimmen.

Unterricht greift aktuelle Fragen auf

Es werde viel mehr diskutiert, informiert und hinterfragt, als auswendig gelernt und vorgegeben. „Wir reagieren auf die Dinge und Fragen, die die Kinder aus ihrer multimedialen Welt mitbringen, was am Morgen getwittert wurde oder auf Instagram zu lesen war. Das ist eine ganze Menge mehr, wozu man Position beziehen muss“, meint Jens Kuthe. Schüler seien heute zwar oft deutlich kirchenferner als früher, aber deshalb nicht weniger hungrig nach Antworten auf Sinnfragen.