Eltern und Kinder gestalten Zeichen für Zusammenhalt in der Corona-Krise

Bunt bemalte Steinkette wächst rund um die Holdorfer Kirche

Auch ihre Tochter Paula (2)  hat Steine dafür gesammelt. „Und meine Nichte Jana hat dann angefangen, und sie bemalt“, erklärt Alexandra Schlömer. Alles für die bunte Steinkette, die sich seit gut zwei Wochen täglich ein Stück weiter um die St.-Peter-und-Paul-Kirche im oldenburgischen Holdorf schließt.

Alexandra Schlömer hatte sich die Idee bei einer Gemeinde in der Nachbarschaft abgeschaut. „Ich fand, dass das in der Corona-Krise ein schönes Symbol für Gemeinschaft sein könnte“, sagt sie. „Und ein Zeichen dafür, dass wir in dieser schwierigen Zeit zusammenhalten.“

Janna hat „Wir schaffen das“ gemalt

Auch viele Kinder ließen sich von der Idee begeistern. Alexandra Schlömer hat sie für Passanten auf einem Schild bei der Steinkette erklärt. „Die Kinder im Ort haben fleißig mitgemacht“, sagt sie. Wohl auch, weil sie während der wochenlangen Kontaktbeschränkungen etwas Abwechslung gut gebrauchen können.

„Mir ist ziemlich langweilig“, sagt zum Beispiel Tom Müller. Auch seine Schwester Jana hofft darauf, dass irgendwann die Schule wieder beginnt. Jana Müller hat mehrere Steine bemalt, zum Beispiel mit Regenbogen und Blumen. Auf einen hat sie „Wir schaffen das“ geschrieben.

Auch anderswo entstehen Steinketten

Auch ihre Kunstwerke liegen jetzt in der Reihe zwischen Hunderten anderer größere und kleinere Kiesel, aufgereiht auf dem Pflaster um die Kirche. Steine mit und ohne Bilder, einige mit Sprüchen oder aufmunternden Worten wie „Wir halten zusammen“ oder „Bleiben Sie gesund“. Nur zu den Kirchentüren sind Durchlässe frei geblieben.

„Wir haben die Kirche für die Aktion ausgewählt, weil hierhin die meisten Menschen kommen“, erklärt Christina Schnieders. Auch ihre Söhne Leon und Lukas haben Steine beigesteuert. Mittlerweile haben auch rund um die Kirchen der anderen Gemeindeteile der Steinfelder St.-Johannes-Baptist-Pfarrei Menschen mit bunten Steinketten um die Kirche begonnen. „Es ist ein Selbstläufer“, erklärt Ulla Peters, Pastoralreferentin in der St.-Johannes-Gemeinde Steinfeld. Sie freut sich über die Kreativität vor Ort.

Friesoyther Messdiener haben angefangen

Kommunionkinder und deren Eltern haben das Ganze aufgegriffen. Sie haben in der Pfarrkirche bemalte Steine vor einem Bild abgelegt, das aus Anlass der Erstkommunion dort steht. Die Feiern sind fürs erste auf einen noch nicht bekannten Termin verschoben. Ulla Peters: „Es geht wohl auch darum, dass die Menschen in diesen Zeiten, in denen so wenig möglich ist,  überhaupt etwas tun wollen.“

Holdorf ist nicht die einzige Pfarrei mit dieser Idee. Auch die Messdiener von St.-Marien Friesoythe und St. Johannes Markhausen haben mittlerweile mit einer Steinkette um ihre Kirchen begonnen.