Rasche Hilfe vor allem für Ostafrika gefordert

Caritas: Afrika droht riesige Hungerkatastrophe

Die Caritas schlägt Alarm: Ohne rasche wirksame Hilfe drohe in Afrika eine Hungerkatastrophe ungeheuren Ausmaßes, sagte der österreichische Caritas-Präsident Michael Landau am Wochenende zum Abschluss eines Besuches in der Region Marsabit im Norden Kenias. Bis zu 20 Millionen Menschen seien akut vom Hungertod bedroht. Die Lage sei absolut dramatisch.

Kamele, Ziegen und Schafe der Nomaden, die von der traditionellen Viehwirtschaft leben sind großteils verendet, berichtet die Presseagentur Kathpress. Als Akuthilfe stellte die österreichische Caritas 300.000 Euro zur Verfügung. Damit werden Nahrungsmittelpakete und Wasserverteilungen finanziert. Darüber hinaus geht es auch um Bildungsmöglichkeiten für Kinder.

Nahrungsmittel-Produktion zusammengebrochen

Betroffen von der aktuellen Hungerkrise sind die Länder Somalia, Äthiopien, Kenia, Südsudan, Uganda und Nigeria. Grund sind extreme klimatische Ereignisse wie ausbleibender Regen sowie bewaffnete Konflikte in der Region, etwa in Somalia, im Südsudan oder im Norden Nigerias. Die Produktion von Nahrungsmitteln ist in einigen Teilen der Region fast zur Gänze zusammengebrochen.

Am schwersten betroffen sind besonders verletzliche Personengruppen. Allein in Kenia haben nach Caritas-Angaben 2,6 Millionen Menschen nicht genügend Nahrung; die Zahl könnte bald auf 4 Millionen steigen. 2,7 Millionen Menschen benötigten dringend sauberes Trinkwasser. 466.000 Kinder seien unterernährt. 70 bis 80 Prozent des Viehs seien im Norden des Landes bereits verendet. Im Februar 2017 hatte die kenianische Regierung den nationalen Dürrenotstand ausgerufen.

Kenia: Dürrenotstand ausgerufen

Caritas-Präsident Landau sieht die Menschheit an einer Weggabelung. „Wir haben vielleicht erstmals in der Geschichte die Mittel und die Möglichkeit, den Hunger zu besiegen, wenn wir das wollen“, sagte er. Dazu müsse aber jeder seinen Beitrag leisten. Mit wenigen Mitteln sei vieles erreichbar. „Solange aber alle zehn Sekunden weltweit ein Kind an Hunger, oder den Folgen von Unterernährung stirbt, solange haben wir als Gesellschaft versagt.“

Landau forderte „eine Globalisierung des Verantwortungsbewusstseins“ im Weltmaßstab: „Unser Tun und Lassen zeigt Wirkung auch in Afrika.“ Das beginne etwa auf europäischer Ebene bei der Ausgestaltung der Handelsbeziehungen, „so dass Bauern hier eine Chance haben“. An die österreichische Regierung appellierte der Caritas-Präsident, die EU-Ratspräsidentschaft 2018 für einen stärkeren Fokus auf Afrika zu nutzen.