Auch im Bistum Münster geringe Chancen ohne Ausbildung

Caritas: Arbeitslose brauchen mehr Angebote zur Weiterbildung

Die Wohlfahrtsverbände in Nordrhein-Westfalen fordern mehr Angebote zur Weiterbildung für Langzeitarbeitslose. Vor allem geringqualifizierte Hartz-IV-Empfänger hätten laut aktuellem „Arbeitslosenreport NRW“ der Wohlfahrtsverbände kaum Zugang zu Weiterbildungen. Ihnen würden vor allem Maßnahmen wie Bewerbungstrainings angeboten. Nach Angaben der Freien Wohlfahrtspflege NRW steht bundesweit neun Bewerbern ohne Berufsausbildung nur ein Stellenangebot gegenüber.

Drei von vier Arbeitslosen in NRW sind den Angaben zufolge Hartz-IV-Empfänger. Von ihnen hätten 70,5 Prozent keinen Berufsabschluss. Die Arbeitslosenquote von Ungelernten beträgt laut Wohlfahrtspflege 22,7 Prozent. Sie liegt deutlich über der allgemeinen Arbeitslosenquote von 7,4 Prozent. Die Chancen der Ungelernten ließen sich „nur mit Aus- und Weiterbildungen erhöhen“, sagte Münsters Diözesan-Caritasdirektor Heinz-Josef Kessmann.

Zahlen aus dem Bistum Münster

Nur jede 16. Fördermaßnahme für Hartz-IV-Empfänger entfalle auf Berufsaus- und Weiterbildung, in der Arbeitslosenversicherung hingegen jede vierte: „Es ist absurd, wenn genau da, wo die Not am größten ist, am wenigsten investiert wird“, kritisierte Kessmann.

Er verwies auch auf Zahlen aus dem NRW-Teil des Bistums Münster. Die Arbeitslosigkeit von Menschen ohne Ausbildung reiche von 11,6 Prozent im Kreis Coesfeld bis zu 31,9 Prozent im Kreis Recklinghausen. Dagegen müssten sich Akademiker praktisch keine Sorgen machen: Selbst im Kreis Recklinghausen – ein Kreis mit allgemein recht hohen Arbeitslosenzahlen – seien nur 2,5 Prozent von ihnen arbeitslos, im Kreis Coesfeld 1,3 Prozent.