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Die Schauspielerin Andrea Sawatzki kritisierte die Arbeit in Pflegeheimen. Wie katholische Altenhilfeeinrichtungen im Bistum Münster reagieren.
Mit Nachdruck haben die katholischen Altenhilfeeinrichtungen im Bistum Münster Position gegen ein „falsches Bild“ von Pflegeeinrichtungen in der Öffentlichkeit bezogen. Pauschalisierende Aussagen führten zu Vorurteilen, die „weder der Realität noch den Menschen gerecht werden, die täglich mit Hingabe arbeiten, noch den Menschen, die dort oftmals hochaltrig wohnen“, heißt es in einer Stellungnahme der Diözesanarbeitsgemeinschaft der Altenhilfe (DiAG) des Caritasverbandes für die Diözese Münster.
„Es braucht eine differenziertere Betrachtung“, sagte der Geschäftsführer des Caritasverbandes Steinfurt, Burkhard Baumann, bei einem Treffen der DiAG. 24 Vertreter aus dem Bistum waren dazu nach Münster gekommen. „Caritas-Altenpflegeeinrichtungen stehen für Pflege, die auf den Werten Würde, Nächstenliebe und Solidarität basiert.“ Gerade in Zeiten des Fachkräftemangels und finanzieller Engpässe seien diese Einrichtungen unverzichtbar für eine würdevolle Versorgung älterer Menschen.
Enttäuschung, Wut, Entsetzen
Die Stellungnahme der DiAG bezog sich dabei explizit auf ein Interview mit der Schauspielerin Andrea Sawatzki, das am 15. November unter der Überschrift „Ich werde vermeiden, in ein Heim zu kommen“ in den „Westfälischen Nachrichten“ (WN) erschienen war. Die 62-Jährige sagte darin unter anderem, dass Menschen mit schweren Erkrankungen und Demenz die Würde genommen werde, weil sie in den Altenpflegeeinrichtungen nicht mehr am Leben teilhaben könnten. Die Teilnehmenden des Treffens in Münster konnten von vielen Reaktionen in den Einrichtungen berichten, die von Enttäuschung über Wut bis zu Entsetzen reichten.
Die Caritas biete in ihren Einrichtungen sowohl individuelle Betreuung statt Standardisierung als auch ganzheitliche Versorgung und seelsorgerische Betreuung, widersprach Baumann dieser Aussage. „Es ist ein Bereich, in dem täglich Menschen mit großem Engagement arbeiten.“