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Wegen steigender Energiekosten

Caritas im Bistum Münster warnt vor Krankenhaus-Insolvenzen

  • Die Caritas im Bistum Münster warnt angesichts steigender Energiekosten vor einer Insolvenz von Krankenhäusern.
  • Das von der Bundesregierung vorgelegte Entlastungspaket bleibe bei Hilfen für energieintensive Unternehmen, die Kostensteigerungen nicht weitergeben können, unkonkret, sagt Diözesan-Caritasdirektor Dominique Hopfenzitz.
  • Zudem müssten konfessionelle Krankenhäuser die Preissteigerungen allein tragen – anders etwa als kommunale Häuser.
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Die Caritas im Bistum Münster warnt angesichts der hohen Inflation und der steigenden Energiekosten vor einer Insolvenz von Krankenhäusern. Sie bräuchten „dringend finanzielle Unterstützung, um ihren wichtigen Auftrag weiterhin erfüllen zu können“, sagt Diözesan-Caritasdirektor Dominique Hopfenzitz nach Caritas-Angaben.

Das von der Bundesregierung vorgelegte dritte Entlastungspaket bleibe bei Hilfen für energieintensive Unternehmen, die Kostensteigerungen nicht weitergeben können, unkonkret. Zudem müssten Krankenhäuser in konfessioneller Trägerschaft die Preissteigerungen und das wirtschaftliche Risiko allein tragen – anders als kommunale Häuser oder die Uni-Kliniken in Trägerschaft des Landes.

Was an Mehrkosten erwartet wird

Krankenhäuser müssten für 2022 und 2023 mit Kostensteigerungen für Erdgas inklusive der Gasumlage um jahresdurchschnittlich bis zu 500 Prozent rechnen, sagt Nils Brüggemann, Vorstandsvorsitzender der St.-Franziskus-Stiftung Münster. Mit nach eigenen Angaben 15 Krankenhauseinrichtungen ist sie der größte katholische Träger im Bistum Münster. Erhöhte Stromkosten seien eine zusätzliche Belastung.

Maik Büscher, Geschäftsführer von Clemenshospital und Raphaelsklinik in Münster, rechnet nach Caritas-Angaben für 2022 allein beim Strom mit einer Verdoppelung der Kosten von 1,3 Millionen auf 2,6 Millionen Euro: „Wir brauchen Liquiditätszusagen vom Bund – jetzt!“

Bundesweite Aktion der Krankenhäuser

Nach einer aktuellen Umfrage des Deutschen Krankenhausinstituts können 96 Prozent der Krankenhäuser die gestiegenen Kosten nicht mehr aus den laufenden Einnahmen bezahlen. Insgesamt gehen die Krankenhausgesellschaften für 2023 von einer Unterdeckung von zehn Milliarden Euro aus.

Am Montag hatten die Deutsche Krankenhausgesellschaft und die Landeskrankenhausgesellschaften wegen wirtschaftlicher Bedrohungen Alarm geschlagen und eine bundesweite Kampagne gestartet. Es brauche einen umgehenden Inflationsausgleich, um Insolvenzen zu verhindern. Die Caritas im Bistum Münster schließt sich eigenen Angaben zufolge dem Aufruf an.

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