Hilfswerk der deutschen Caritas legt Bilanz vor

Caritas international hilft in 82 Staaten – Immer mehr Bedürftige

Mit einem Rekordetat von 79,5 Millionen Euro hat Caritas international im vergangenen Jahr Hilfsprojekte in weltweit 82 Ländern unterstützt. Das bedeutet ein Plus von zehn Prozent im Vergleich zu 2016, wie das Auslandshilfswerk der deutschen Caritas am Mittwoch mitteilte. Die Höhe von Spenden sowie kirchlichen und öffentlichen Zuschüssen stieg laut dem Jahresbericht auf 96,2 Millionen Euro, rund 18,7 Millionen Euro mehr als 2016.

„Die große Spendenbereitschaft, für die wir sehr dankbar sind, geht einher mit der besorgniserregend wachsenden Zahl von humanitären Krisen“, sagte Caritas-Präsident Prälat Peter Neher. Er verwies als Beispiele auf den seit Jahren andauernden Krieg in Syrien oder die aus Bangladesch vertriebenen Rohingya. „Hinzu kommen viele Krisen und Konflikte, die öffentlich kaum wahrgenommen werden, etwa im Südsudan, im Kongo oder in der Zentralafrikanischen Republik.“

129 Millionen Menschen auf humanitäre Hilfe angewiesen

Der Leiter von Caritas international, Oliver Müller, verwies auf eine wachsende Zahl von schweren Naturkatastrophen. „Seit den 1990er Jahren hat sich deren Zahl auf heute durchschnittlich 350 pro Jahr verdoppelt.“ Hier liege ein Zusammenhang mit den Folgen des menschengemachten Klimawandels nahe.

„Insgesamt sind heute so viele Menschen weltweit von humanitäre Hilfe abhängig wie niemals zuvor“, so Müller. 2017 seien es geschätzte 129 Millionen Menschen gewesen, Prognosen gingen für 2018 von 136 Millionen Menschen aus. „Das sind doppelt so viele Hilfsbedürftige wie noch vor zehn Jahren.“

Hilfe nach Kriegen und Katastrophen

70 Prozent der Hilfen von Caritas international entfielen 2017 auf Projekte nach Naturkatastrophen und kriegerischen Konflikten, 30 Prozent wurden für soziale Projekte für Kinder, behinderte oder alte Menschen verwandt. Den Anteil von Werbe- und Verwaltungskosten gibt Caritas international mit 8,3 Prozent der Gesamtausgaben an.

Die Hilfsorganisation entsendet nur selten deutsche Helfer in die Krisengebiete, sondern arbeitet mit örtlichen Caritas- oder anderen kirchlichen Organisationen zusammen. Große Partnerländer waren zuletzt beispielsweise der Kongo, Jordanien, Irak oder die Ukraine, wo Projekte in Höhe von je fünf Millionen Euro gefördert wurden. Die Hilfen für Syrien lagen 2017 laut Bericht bei 3,8 Millionen, die für Afghanistan bei 3,5 Millionen Euro.