Todesfälle wegen Unterkühlung auf der Balkanroute

Caritas und Diakonie: Wer im Winter flieht, ist in Lebensgefahr

Diakonie und Caritas fordern die Staaten Europas zu sofortiger Hilfe für tausende Flüchtlinge in Griechenland und auf dem Balkan auf. „Der Wintereinbruch erschwert die Lage für die Menschen und ist teils lebensbedrohlich, insbesondere wenn Unterkünfte nicht ausreichend befestigt sind“, sagte Cornelia Füllkrug-Weitzel, Präsidentin der Diakonie-Katastrophenhilfe, am Donnerstag den Zeitungen des „Redaktionsnetzwerks Deutschland“. Die EU habe die ethische und politische Verpflichtung, ausreichend Mittel bereitzustellen, um die Menschen zu versorgen.

Nach Angaben der britischen Organisation „Help Refuguees UK“ starben in den vergangenen Tagen drei Menschen auf der Balkanroute wegen Unterkühlung. Prognosen zufolge sollen die Temperaturen Ende der Woche in Nordgriechenland auf bis zu minus zehn, in Serbien und Ungarn bis zu minus 15 Grad sinken.

Caritas-Präsident Peter Neher sprach von einer „unerträglichen“ Situation. Man dürfe die 60.000 „gestrandeten“ Flüchtlinge nicht vergessen. Gernot Krauß, Balkan-Experte des deutschen Hilfswerks „Caritas international“, berichtete vom Mangel an Feuerholz in Serbien. Die Caritas werde Winterkleidung und Decken verteilen. In der griechischen Region Thessaloniki seien Wasserleitungen zu großen Teilen eingefroren. Caritas-Mitarbeiter verteilten Plastikflaschen mit Wasser.