Beide Seiten legen Vorschläge vor – Mitarbeiter empört

Caritas-Verhandlungen über zweite Corona-Prämie stocken

  • Die Verhandlungen über eine steuerfreie Corona-Einmalzahlung für Caritas-Beschäftigte stocken.
  • Bei der Einmalzahlung geht es nicht um die im Frühjahr diskutierte „Corona-Prämie“.
  • Die Zahlung ist Teil der Verhandlungen zum Caritas-Tarif AVR.
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Die Verhandlungen über eine steuerfreie Corona-Einmalzahlung für Caritas-Beschäftigte stocken. Zwar liegen Vorschläge beider Seiten vor, die Mitarbeiterseite spricht angesichts des Dienstgeber-Angebots aber von „kaltschnäuziger“ Verhandlungsführung.

Bei der Einmalzahlung geht es nicht um die „Corona-Prämie“, die im Frühjahr wegen der großen Belastung von Pflegekräften in der Pandemie gefordert worden war. Das betont Elke Gundel auf Anfrage von „Kirche-und-Leben.de“. Sie ist Geschäftsführerin der Dienstgeberseite in der Arbeitsrechtlichen Kommission des Deutschen Caritasverbands.

Die eigentliche „Corona-Prämie“ ist ausgezahlt

Die breit diskutierte „Corona-Prämie“ von bis zu 1.500 Euro ist inzwischen ausgezahlt, erklärt der Diözesan-Caritasverband Münster auf Anfrage. Das betrifft vor allem die Altenpflege. Da die Einigung in der Krankenpflege später erfolgte, läuft dort die Zahlung zum Teil noch.

Umstritten ist nun eine zweite Einmalzahlung. Solche Corona-Zahlungen sind bis zum Jahresende noch steuerfrei.

Vorschläge für zweite Zahlung

Die Caritas-Mitarbeiterseite hatte eine Einmalzahlung von 300 Euro für die oberen Einkommensgruppen bis zu 600 Euro für die unteren Einkommensgruppen vorgeschlagen. Das orientiert sich am Corona-Tarifvertrag des Öffentlichen Dienstes. Erhalten sollen die Prämie die Beschäftigten in sozialen Diensten, Pflegeeinrichtungen und kirchlichen Krankenhäusern – mit Ausnahme der Ärzte und Lehrkräfte.

Die Arbeitgeber wollen Beschäftigten in der Pflege, im Rettungs-, Sozial- und Erziehungsdienst und in der Verwaltung einmalig 500 Euro zahlen. Die obersten vier Vergütungsgruppen in der Verwaltung sollen 200 Euro erhalten.

Warum die Mitarbeiter sich empören

Beide Vorschläge sind Teil der Tarifverhandlungen zum Caritas-Tarif AVR, bei denen es noch keine Einigung gibt. Die Arbeitgeber wollen den Vorschlag zur zweiten Einmalzahlung nicht aus ihrem Gesamtangebot herauslösen. Es sieht Entgelterhöhungen vor, aber auch Veränderungen beim Urlaubsrecht.

Das empört die Mitarbeiterseite. Deren Pressesprecher Rolf Cleophas sagt laut einer Mitteilung, während tausende Caritas-Beschäftigte in Kliniken und Pflegeeinrichtungen „unter zum Teil lebensgefährlichen Bedingungen“ gegen Auswirkungen der Pandemie kämpften, versuchten die Arbeitgeber „kaltschnäuzig“, sich „die Corona-Prämie gegen Verschlechterungen im Urlaubsrecht abkaufen zu lassen“.

Die nächste offizielle Verhandlung beider Seiten ist für den 10. Dezember angesetzt.

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