Mangel an bezahlbarem Wohnraum macht Wartelisten länger

Caritas warnt vor überfüllten Wohnungslosen-Einrichtungen

Die Caritas im Bistum Münster hat vor einer Überfüllung ihrer Einrichtungen für Wohnungslose gewarnt. Grund dafür sei ein Mangel an bezahlbarem Wohnraum, heißt es in einer Pressemitteilung des Diözesanverbands am Freitag (30.09.2016). Immer mehr Plätze in Ersthilfeeinrichtungen seien belegt, weil die Möglichkeit fehle, im Anschluss in eigenständige Wohnsituationen zu wechseln.

Damit blockierten sie die vorhandenen Plätze für andere Hilfebedürftige, so Diözesan-Caritasdirektor Heinz-Josef Kessmann in der Mitteilung. „Die Wartelisten werden immer länger.“ Der Wohnraumbedarf sei immens groß. Immer mehr preiswerte, öffentlich geförderte Wohnungen seien aus der Belegungsbindung gefallen. Kommunen hätten ihre alten Wohnungsbestände verkauft und damit ihren Haushalt saniert. „Sie werden jetzt an andere Einkommensgruppen vermietet und sind endgültig verloren.“ Gleichzeitig habe die Nachfrage nach preisgünstigem Wohnraum auch durch den Zuzug von Flüchtlingen und von Zuwanderern aus Südosteuropa sehr zugenommen.

Knapp 21.000 Menschen waren zum 30. Juni 2015 in Nordrhein-Westfalen wohnungslos gemeldet. Das war ein Plus von 2,4 Prozent gegenüber 2014. Sie waren überwiegend in kommunalen Notunterkünften oder Einrichtungen der Wohlfahrtsverbände untergebracht. Alle benötigten absehbar eine Wohnung, um aus dem Versorgungssystem herauszukommen, so Kessmann.