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Zu: EU-Importstopp auch für Weihnachtsschmuck

Christbaumkugeln aus Zwangsarbeit – wie beschämend!

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Das wurde auch Zeit! Denn er kommt ziemlich spät: der geplante Importstopp der EU für alle Waren, die mithilfe von Zwangsarbeit produziert wurden. Schon der begründete Verdacht soll künftig ausreichen. Möglicherweise schon die Tatsache, dass etwas in einer Region wie der chinesischen Provinz Xinjiang hergestellt wurde. Gut so!

Weil es eine beschämende Vorstellung ist: Weihnachten unter einem mit bunten Glaskugeln behängten Christbaum zu feiern, die dort von Zwangsarbeitern produziert wurden. Und die dann als Billigprodukte in unseren Supermarktregalen landen.

Aber die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass auch an Ihrem Christbaum daheim solche Kugeln baumeln. Denn die Region Xinjiang im Nordwesten Chinas zählt zu den größten Produktions-Zentren für Weihnachtsdeko. Eine Region, von der es heißt, dort würden Hunderttausende Uiguren – eingesperrt in Umerziehungs-Lagern – zur Arbeit in den Fabriken gezwungen. Schätzungen zufolge sollen bis zu einer Million Menschen in solchen Lagern interniert sein.

Umsetzung wird Jahre dauern

Wer diese und andere Arten von Zwangsarbeit stoppen will, muss klare Kante zeigen. Das gilt nicht nur für China, sondern zum Beispiel auch für Malaysia mit seiner Massenproduktion dünner blauer Einmal-Handschuhe, die von dort in den Export gehen. Auch daran sollen Zwangsarbeiter beteiligt sein.

Dass Zöllner diese Waren aus dem Verkehr ziehen, könnte genau das richtige Mittel sein, um solchem Treiben Einhalt zu gebieten. Auch wenn bis zur konkreten Umsetzung der Gesetze noch Jahre vergehen dürften.

WM in Katar auf Rücken von Gastarbeitern

Bis dahin stehen weiter auch wir als Konsumenten in der Verantwortung. Wenn wir am Kaufhausregal darüber mitentscheiden: Ob wir „Stille Nacht“ unter Christbaumkugeln singen wollen, an denen Blut klebt?

Und das Ganze dann auch noch nur wenige Tage, nachdem die Fan-Gesänge aus Katar verklungen sind. Was eine ähnliche Frage aufwirft: Wie hältst du es mit einer WM, für deren Stadionbauten nach Angaben von „Amnesty International“ Tausende von Gastarbeitern gestorben sind? 

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