Weniger ausländische Pilgergruppen in Jerusalem

Christen in aller Welt erinnern an Leiden und Sterben Jesu

Christen in aller Welt haben an Karfreitag mit Gottesdiensten und Prozessionen an das Leiden und Sterben Jesu erinnert. In Rom feierte Papst Franziskus den Karfreitagsgottesdienst im Petersdom. Der Gottesdienst war von Stille und Ernst geprägt.

Die Predigt im Petersdom hielt der päpstliche Haustheologe, Kapuzinerpater Raniero Cantalamessa. Er ging besonders auf das Thema Menschenwürde ein: „Arme, Ausgegrenzte, alle, die von verschiedenen Formen der Sklaverei betroffen sind, die es auch heute noch in unserer Gesellschaft gibt: Ostern ist euer Fest!“ 

Hohe Sicherheitsvorkehrungen in Jerusalem

In der Jerusalemer Altstadt fanden unter hohen Sicherheitsvorkehrungen die alljährlichen Karfreitagsprozessionen statt. Die Gläubigen zogen die Via Dolorosa entlang, um dem Leidensweg Jesu von seiner Verurteilung bis zur Kreuzigung zu gedenken. Dabei waren in diesem Jahr weniger ausländische Pilgergruppen als in den Vorjahren unter den Teilnehmern, wenige Gruppen trugen Kreuze mit sich. Der Kreuzweg endete an der Grabeskirche, an der sich insgesamt sechs Konfessionen nach genauem Zeitplan mit ihren Gottesdiensten abwechseln.

Am Freitagabend wird die seit Jahrhunderten von den Franziskanern gepflegte Tradition der Kreuzabnahme und Grablegung gefeiert: Dazu wird auf dem Golgota-Hügel eine hölzerne Jesusfigur vom Kreuz abgenommen, auf dem Salbstein gesalbt und zum Grab getragen

Philippinen: Menschen lassen sich ans Kreuz schlagen

Auf den Philippinen gab es farbenprächtige Umzüge. Zahlreiche Gläubige geißelten sich selbst in Nachahmung des Leidens Jesu oder ließen sich ans Kreuz schlagen. Die Nachstellung der Kreuzigung Jesu ist umstritten.

In Deutschland riefen katholische und evangelische Bischöfe zu Respekt, Toleranz und mehr Miteinander auf. Erinnert wurde auch an den verheerenden Brand in der Pariser Kathedrale Notre-Dame. In vielen Orten gab es Kreuzwegandachten, zum Beispiel in Lübeck, der ökumenisch begangen wird und als ältester Kreuzweg bundesweit gilt.

Marx: Christen müssen sich gegen Hass und Misstrauen einsetzen

Nach den Worten des Münchner Kardinals Reinhard Marx müssten Christen „gerade in Europa dafür sorgen, dass nicht neu Hass und Misstrauen gegeneinander gesät werden“. Das sagte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz laut Manuskript in seiner Predigt zum „Kreuzweg der Völker“ in der Innenstadt. Die christliche Prägung Europas werde „erkennbar und spürbar“ in einem „Miteinander der Völker und Nationen, in einem Geist der Versöhnung und des Friedens“.

Zu mehr Respekt und Toleranz in Debatten mahnte der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). In einer Botschaft schreibt Heinrich Bedford-Strohm: „Gerade heute, wo der Ton der politischen Auseinandersetzung national wie international schärfer wird, gilt es daran zu erinnern: Wo wir einander in dem Bewusstsein gegenübertreten, dass wir zum Bilde Gottes geschaffen sind, da dürfen Hass und Gewalt keinen Platz in unserem Miteinander haben.“