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So viele Christen weltweit werden bedrängt, und so werden sie in Europa angegriffen: Aussagen bei einer UN-Konferenz.
Der Vatikan weist auf das Ausmaß von Gewalt und Diskriminierung gegen Christen hin. Nach Angaben von Erzbischof Ettore Balestrero, dem ständigen Beobachter des Heiligen Stuhls bei den Vereinten Nationen, sind rund 400 Millionen Christen von Verfolgung oder Gewalt betroffen - etwa jeder siebte weltweit. Allein 2025 seien fast 5.000 Menschen wegen ihres Glaubens getötet worden, sagte er bei einer Konferenz des UN-Menschenrechtsrats in Genf.
Religionsfreiheit werde in vielen Ländern noch immer eher als Privileg denn als grundlegendes Menschenrecht behandelt, sagte Balestrero. Staaten seien verpflichtet, dieses Recht zu respektieren und Gläubige vor Angriffen zu schützen.
Vatikan beklagt "höfliche Verfolgung"
Zugleich warnte der Vatikan-Diplomat vor einer "höflichen Verfolgung" in Europa, etwa durch rechtliche Beschränkungen oder Diskriminierung im Bildungs- und Berufsleben. Ebenso erinnerte er an Bedrohungen durch Gesetzesvorhaben wie etwa in Frankreich. Dort könnten christliche Krankenhäuser und Pflegeheime bei Einführung eines neuen Rechts auf Euthanasie gezwungen werden, Praktiken anzuwenden, die gegen ihre religiösen Grundsätze verstoßen.
Auch andere Konferenzteilnehmer berichteten von zunehmender Diskriminierung. Die UN-Sonderberichterstatterin für Religionsfreiheit, Nazila Ghanea, betonte, Angriffe auf Christen müssten als Angriffe auf die Menschenrechte verstanden werden: "Christen stehen nicht allein und sollten nicht alleine gelassen werden."