Rakete schlug im Jesuitenkonvent ein

Christliches Viertel in Aleppo unter Beschuss

Das christliche Viertel im Westen von Aleppo in Syrien ist am Dienstag erneut mit Raketen beschossen worden. Unter anderem sei eine Rakete im Jesuitenkonvent eingeschlagen, berichtete der katholische Pfarrer von Aleppo, Ibrahim Al-Sabagh: „Wir danken dem Herrn, dass die Schäden in unserem Gebiet nur materieller Art sind. Aber der Krieg dauerte die ganze Nacht an und wir haben in jedem Moment seinen Lärm gehört.“

Rund 500 Rebellenkämpfer haben sich nach Angaben des Franziskanerpaters auf einem Gebiet von rund einem Quadratkilometer verschanzt und von dort den Westen der Stadt beschossen. Bis Dienstagnachmittag sind demnach mindestens acht Menschen getötet und mehr als vierzig verletzt worden. Problematisch seien auch bewaffnete kurdische Kämpfer in Teilen der Stadt sowie korrupte regierungstreue Milizen.

Weihnachten in zerstörter Kathedrale

Ferner gebe es einen von der syrischen Armee umkreisten Bereich von mehreren Quadratkilometern, in denen Kämpfer der Al-Nusra-Front und einer weiteren Gruppe die Kapitulation ablehnten. Die Armee habe den Beschuss eingestellt und warte, dass sich die verbliebenen Rebellen ergeben. Unterdessen halte die Flucht aus diesem Gebiet an. Es stünden Busse bereit, um Zivilisten in sichere Gebiete zu bringen.

Die durch die Regierung vorbereiteten Auffangorte reichen nach Einschätzung des maronitischen Erzbischofs von Aleppo, Joseph Tobji, allerdings nicht aus. „Man hat nicht mit so vielen Menschen gerechnet“, sagte er in Radio Vatikan. In der Stadt gebe es keine maronitische Kirche mehr; Weihnachten werde in einer zur Hälfte zerstörten Kathedrale gefeiert werden müssen.