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Sieben Meter höher als der "Cristo Redentor" über Rio de Janeiro soll die Statue werden. Doch ob sie je fertig wird?
Ein Christus mit entblößtem Oberkörper und ausgebreiteten Armen in Heldenpose, 37 Meter hoch und von Hand zu Hand 60 Meter breit - so soll eine Riesenstatue im zentralspanischen Boadilla del Monte aussehen. Sie würde die Skulptur "Cristo Redentor" über Rio de Janeiro um sieben Meter übertreffen.
Das spanische Projekt treibt eine Initiative namens "Vereinigung der Gläubigen des heiligen Herzens Jesu von Boadilla" voran. Auf ihrer Internetseite ruft sie zum Crowdfunding auf, verbunden mit dem Versprechen, bereits mit einem Betrag von fünf Euro den Namen in der Oberfläche der Statue eingraviert zu bekommen.
Noch fehlen Spenden
Spenden sind die einzigen Finanzierungsquellen. Gelder der Kirche oder der öffentlichen Hand stehen nicht zu Verfügung. Immerhin sagte der Stadtrat von Boadilla del Monte 2019 zu, das Gelände zur Verfügung zu stellen.
Einem Bericht der Zeitung "El País" zufolge sind bislang 95.000 Euro Spenden eingegangen, darunter größere Zuwendungen aus Polen und Mexiko. Allerdings: Die Gesamtkosten sind auf 18 Millionen Euro veranschlagt.
Wohlwollen der Bischöfe
Der rechtskonservative Stadtrat Pascual Egea von den Initiatoren sagt, es solle ein Monument "vom Volk für das Volk" sein. Ohne das Christentum seien “unsere Geschichte, unsere Bräuche, unser Konzept der Familie, unsere Monumente sehr schwer zu verstehen".
Laut Vereinigung haben die Bischofskonferenz und der Bischof von Getafe, Ginés García Beltrán, ihren Segen für das Projekt gegeben. García Beltrán wird von der Vereinigung zitiert: "Ich bin davon überzeugt, dass sie die Verehrung des heiligen Herzens Jesu antreibt. Deshalb ermutige ich sie, für das Wohl der Kirche weiter zu arbeiten und für so viele unserer Brüder und Schwestern, die die Liebe Gottes nicht kennen und Gelegenheit haben, sie zu erfahren."
Das Herz Jesu soll herabsinken
Das Christus-Monument soll nach dem Willen der Planer "weder ein Luxus noch ein ornamentaler Schnörkel", sondern ein "Symbol der Hoffnung und Einheit" sein. Das Werk soll aus Stahlbeton errichtet werden, ergänzt durch Kohlenstofffasern. Im Innern soll es begehbar sein.
Ein besonderes Augenmerk liegt auf dem Herzen Jesu. Es soll mehrere Meter einnehmen, über ein ausgeklügeltes System aus Rollen beweglich sein und von seiner anatomisch normalen Position hinabsinken können - was Besuchern ermöglicht, nah heran zu kommen.
Keine Geld-Zurück-Garantie
Was aber, wenn das Projekt am Geld scheitert? Für Spendende gibt es keine Geld-Zurück-Garantie. Komme das Werk in diesen Dimensionen nicht zustande, werde ein bescheideneres entstehen, zitiert "El País" die Vereinigung. Sie will die Statue 2030 fertigstellen.
Der "größte Christus der Welt" wird sie übrigens nicht sein: Seit 2024 steht in der indonesischen Provinz Nord-Sumatra eine Statue mit 61 Metern Höhe.