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Aktion der Pfarrei St. Andreas statt der Fronleichnamsprozession

Cloppenburger bekennen mit Selfie-Fotos im Internet ihren Glauben

Wegen Corona finden in diesem Jahr keine Fronleichnamsprozessionen statt. Welche Alternative gäbe es, bei der Menschen öffentlich ihren Glauben bekennen? In St. Andreas Cloppenburg ist eine Foto-Aktion entstanden.

Sie glauben an Gott und stehen dazu - eindrucksvoll zeigen Katholiken das zum Beispiel in den Prozessionen an Fronleichnam. Was aber wird aus diesem Bekenntnis in einer Zeit, in der diese Glaubens-Zeugnisse coronabedingt ausfallen mussten?

Die St.-Andreas-Pfarrei im oldenburgischen Cloppenburg zum Beispiel hatte ihre Prozession erst vor einigen Wochen endgültig abgesagt. Eigentlich wollten die Katholiken wie jedes Jahr betend und singend durch die Stadt ziehen, am Sonntag nach dem Feiertag, denn anders als in Nordrhein-Westfalen ist der Fronleichnamstag in Niedersachsen kein gesetzlicher Feiertag.

Geplant war eine besondere Prozession

Die Prozession sollte sogar einen besonderen Akzent erhalten. Die Gemeinde begeht 2020 als „Glaubensjahr der Erinnerungen“. Der Weg der Fronleichnamsprozession hätte deshalb zu anderen Orten geführt als sonst üblich, etwa zum Krankenhaus oder zu einem Altenheim. „Weil das Orte sind, an denen Hilfe gelebt und Gott gegenwärtig wird“, erklärt Rosemarie Meyer, Pastoralreferentin in Cloppenburg.

Aber dann kam mit Corona die Frage auf: Sollte die Pfarrei wegen der Pandemie ganz auf öffentliche Aktionen zum Fest Fronleichnam verzichten? „Ich meine nicht“, antwortet Rosemarie Meyer und schüttelt den Kopf. Sie hatte schon eine Idee vor Augen: „Wenn es nicht mit einer Prozession geht, bekennen wir unseren Glauben an die Gegenwart Christi doch mal anders.“ Für die St.-Andreas-Gemeinde hat sie deshalb eine Alternative organisiert: Zu Hause und im Internet können Mitglieder ein „Glaubensbekenntnis anderer Art“ ablegen - mit Fotos.

Dutzende haben schon mitgemacht

Dutzende Gemeindemitglieder sind ihrem Aufruf bereits gefolgt. Sie haben sich dazu mit einem Handzettel fotografiert, auf dem in großen roten Lettern „Ich glaube“ oder „Wir glauben“ zu lesen steht. Die Vorlagen haben sie entweder vom Schriftenstand der Kirche mit nach Hause genommen oder sie sich von der Internetseite der Pfarrei heruntergeladen und ausgedruckt.

„Hängen Sie die Handzettel sichtbar an ein Fenster oder an ihre Haustür“, lautete die Aufforderung der Gemeinde. „Und fotografieren Sie sich damit.“ Die Fotos konnten Teilnehmer an die Pastoralreferentin schicken, die sie in eine Bildergalerie auf die Internetseite der Pfarrei gestellt hat. Dort findet sich auch ein Anleitungs-Video, das Rosemarie Meyer selbst erstellt hat. Aus allen Fotos soll anschließend eine so genannte „Slide-Show“ erstellt werden, die in den Gottesdiensten am Wochenende gezeigt werden kann.

Das Echo auf die Aktion ermutigt Rosemarie Meyer. „Es ist immerhin ein öffentliches Bekenntnis und manch einer scheut davor zurück“, weiß sie aus einigen Reaktionen. In denen sei aber auch deutlich geworden: „Sie fühlen sich dadurch herausgefordert, sich zu ihrem eigenen Bekenntnis Gedanken zu machen.“

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