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14-Jähriger benötigt Knochenmarkspende

Cloppenburger Marienschule kämpft für schwerkranken Mitschüler Fabio

  • Der 14-jährige Fabio von der Marien-Oberschule Cloppenburg ist an schwerer aplastischer Anämie erkrankt, einer seltenen und gefährlichen Blutkrankheit.
  • Nur eine Stammzellen-Therapie kann ihm jetzt noch helfen. Dafür muss aber irgendwo auf der Welt ein „genetischer Zwilling“ gefunden werden.
  • Die bischöfliche Schule unterstützt daher mit eigenen Aktionen den Aufruf, sich als Knochenmarkspender registrieren zu lassen.
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Eigentlich ist Fabio ist ein fröhlicher Junge. Der 14-Jährige spielt Fußball für den SV Cappeln im Kreis Cloppenburg. Oder er trifft sich zum Tischtennis mit Freunden. Eigentlich – denn seit diesem einen Tag im Herbst ist alles anders. Dem Tag, an dem die Diagnose für den Jungen feststand: „schwere aplastische Anämie“, eine äußerst seltene und gefährliche Krankheit.

Fabios Mutter glaubte anfangs, es läge an Corona, als ihr Fabio von einem Tag auf den anderen so schlapp und blass wirkte. „Ich dachte zuerst, dass seine Kondition nachgelassen hat, da durch die Corona-Situation teilweise Sportunterricht ausgefallen ist“. Mit regelmäßigem Training würde das bestimmt wieder besser werden. Aber es kam anders.

Knochenmarkspender für Fabio weltweit gesucht

Als sich sein Zustand immer weiter verschlechterte, ging sie mit Fabio zum Arzt. Der überwies den Jungen noch am selben Abend in die Kinderklinik, wo nach weiteren Tests und Untersuchungen mit der Diagnose die Sorge zur Gewissheit wurde. Wenig später begann die bis heute andauernde Suche nach einem Knochenmarkspender. Denn nur eines kann Fabio wirklich helfen: passende Stammzellen von einem sogenannten „genetischen Zwilling“.

Bei der Suche danach zu helfen – das hat sich derzeit die ganze bischöfliche Marienschule aus Cloppenburg auf die Fahne geschrieben. „Die Kinder und das ganze Kollegium stehen hinter der Sache“, betont Schulleiterin Simone Hegger-Flatken. Gemeinsam mit ihrer Kollegin Heike Zumborn und Fabios Klassenlehrerin Andrea Middelbeck hat sie ein Steuerungsteam für das Projekt Fabio gegründet, auch für die Zusammenarbeit der 600 Schülerinnen und Schüler sowie 60 Lehrerinnen und Lehrer mit der DKMS (ehemals: „Deutsche Knochenmarkspenderdatei“), auf deren Arbeit jetzt alle Hoffnungen ruhen.

Bischöfliche Oberschule startet Hilfsprojekt

Schüler der Marienschule Cloppenburg wollen Fabio helfen
Fabios Mitschüler aus der Klasse 8d mit Plakaten und Flyern, mit denen sie in der Cloppenburger Fußgängerzone Werbung für die DKMS-Registrierung gemacht haben. | Foto: Bischöfliche Marienschule Cloppenburg

Die bischöfliche Oberschule wirbt mittlerweile auch im Internet unter dem Titel „Rettet unseren Fabio“ dafür, dass sich möglichst viele weitere Menschen von der DKMS typisieren lassen. Je mehr, desto besser. Denn: Nur wenn sich am Ende irgendwo auf der Welt ein geeigneter Spender findet, hat Fabio eine Chance.

Genau das treibt auch Fabios Klassenkameradinnen und -kameraden in der 8d an. Sie waren unter anderem mit Flyern und Plakaten in der Innenstadt unterwegs, um auf die Aktion aufmerksam zu machen.

Am „Marientag“ Spendenlauf zur Wallfahrtsbasilika

Und am „Marientag“, den die bischöfliche Schule jeweils am Tag vor Christi Himmelfahrt begeht, wollen Kinder und Kollegium – falls die Pandemie es zulässt – einen Spendenlauf für die DKMS in den Wallfahrtsort Bethen veranstalten, mit abschließendem Gottesdienst in der Basilika. Getreu dem Motto der Oberschule: „Weil du so wertvoll bist“.

Wie sehr die Sorge um Fabio die ganze Schule erfasst hat, das bekommt Lehrerin Heike Zumborn, die auch Fabios Patentante ist, auch schon mal auf dem Schulhof zu spüren. „Kinder sprechen mich an und fragen: Was kann ich noch machen? Oder, ob sie ihm eine Nachricht schreiben können.“

Genetischer Zwilling als einzige Chance

Derzeit ist Fabio zwar zu Hause. Alle zwei Tage muss er jedoch für  eine aufwendige Bluttransfusion in die Klinik nach Oldenburg. Wegen seines geschwächten Immunsystems darf er so gut wie keinen Kontakt zu anderen haben. Wenn er möchte, kann er allerdings per Internet am Unterricht teilnehmen. Die Schule hat ihm dafür ein Tablet zur Verfügung gestellt.

Viele Mitschüler stünden bedrückt durch die Hilflosigkeit einer solchen Krankheit gegenüber. Gerade deshalb seien auch die Gesprächskreise zu Wochenbeginn und -abschluss so wichtig, sagt die Schulleiterin. „Wir bieten auch Meditationen an, gehen miteinander in die Kirche. Damit jeder sein persönliches Anliegen mit den anderen teilen kann“, erklärt sie.

Alle wünschen sich, dass es am Ende gut ausgeht. Heike Zumborn drückt ihre größte Hoffnung aus: „Dass wir einen genetischen Zwilling für Fabio finden, denn eine andere Chance hat er nicht.“

Stichwort: DKMS-Typisierung
Wer gesund und zwischen 17 und 55 Jahre alt ist, kann Fabio und anderen helfen und sich mit wenigen Klicks über „www.dkms.de/fabio“ die Registrierungsunterlagen nach Hause bestellen. Nach Erhalt des Sets muss man selbst einen Wangenschleimhautabstrich vornehmen und anschließend per Post zurücksenden, damit die Gewebemerkmale im Labor bestimmt werden können. Wer sich bereits in der Vergangenheit registrieren ließ, muss nicht erneut teilnehmen. Alle Daten stehen weltweit für Erkrankte zur Verfügung.

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