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Kunstprojekt des Xantener Stiftsgymnasiums am Dom vorgestellt

Corona, Klima- und Finanzkrise - das verbinden Schüler mit Europa

  • 16 Schülerinnen und Schüler des Xantener Stiftsgymnasiums haben in einem Bild ihre Vorstellung zu Europa verewigt.
  • Daraus sind 16 einzelne Fresken in mittelalterlicher Maltechnik entstanden.
  • Die Schülergruppe hat sich sehr kritisch mit dem Thema Europa beschäftigt.
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Wie ein gotisches Fenster strahlt das Kunstwerk im Innenhof der Xantener Dombauhütte. In ein Stahlgerüst sind 16 einzelne Fresken eingelassen, die von einer Schülergruppe des Xantener Stiftsgymnasiums im Rahmen einer Programmwoche gefertigt wurden.

An diesem Nachmittag sind alle erschienen, die zum Erfolg des Projektes beigetragen haben: die 16 Mädchen und Jungen der neunten Klasse, die Lehrerin Alice Berking, die diese Gruppe betreut hat, Johannes Schubert, Chef der Dombauhütte, Sandra Engelhardt-Kielmann, Steinmetzin an der Hütte, Adrian Thyssen, stellvertretender Vorsitzender des Dombauvereins, und Michael Duscha, Präsident des Xantener Lions-Clubs.

Europa vielfältig dargestellt

Stolz sind vor allem die Schülerinnen und Schüler. Ihre Aufgabe war es, das Stahlgerüst mit den 16 Bildern zu gestalten. Als Thema hatten sie sich Europa gestellt. „Sie konnten das Thema natürlich selbst wählen“, sagt Johannes Schubert. „Da wir eine kirchliche Einrichtung sind, muss es allerdings zur Umgebung des Doms passen.“ Im Unterricht wurde das Thema „Europa“ in seinen verschiedenen Aspekten behandelt und überlegt, wie es dann künstlerisch auszuformen ist. Mit Rat und Tat stand der Gruppe die Steinmetzin Sandra Engelhardt-Kielmann in der Programmwoche zur Seite. Denn der Umgang mit der Technik der Freskenmalerei war für die Schüler Neuland.

Dabei ist diese Technik seit Jahrhunderten erprobt. Auf den frischen Mörtel wird das Bild mit Mineralfarben aufgetragen. Auf diese Weise bleibt es auch im Äußeren lange für die Umwelt erhalten und ist darüber hinaus leicht von der Schule zur Bauhütte zu transportieren. „Das hat uns riesigen Spaß gemacht“, sagt Engelhardt-Kielmann. Um das vielschichtige Thema „Europa“ zu veranschaulichen, suchte die Gruppe verschiedene Symbole.

Von Klimakrise und Corona-Pandemie

Die 14-jährige Nele hat zum Beispiel ein Schwein in einem Käfig gewählt. So will sie zum Ausdruck bringen, dass die Massentierhaltung auch in Europa ein Problem darstellt. „Die Tiere werden auch bei uns schlecht behandelt“, meint sie. „Da müssen wir doch etwas tun.“ Einen weiteren kritischen Aspekt hat auch Melissa, 14, mit ihrem Symbol des Thermostats aufgezeigt. „Die Klimakrise verbindet auch Europa. Die Länder müssen sich zusammensetzen, um nach Lösungen zu suchen“, sagt sie.

Mit dem Symbol der Krankenschwester will Cosima, 14, auf die Corona-Pandemie aufmerksam machen. Corona habe die Welt verändert. Die Krankenschwestern stünden symbolisch für die Pandemie. Sie fordert gemeinsame Solidarität und stärkeres aufeinander Rücksicht nehmen. Kathrin hat einen Deutschen und einen Griechen gemalt, die sich an den Händen halten. Für sie ist das ein Ausdruck der Finanzkrise, dass der Stärkere den Schwächeren unterstützen muss.

Lions-Club unterstützt Schüler-Aktion

Mit dem Ergebnis der Arbeiten ist Johannes Schubert sehr zufrieden. „Auf diese Weise haben wir die Arbeit der Bauhütte näher an die jungen Menschen gebracht. Sie haben im Alltag oft keinerlei Berührung mit kirchlichen Themen und Arbeitsfeldern“, sagt er. Er versichert den jungen Leuten, dass die Türen der Hütte für sie immer offenstehen.

Das Projekt hat bereits Tradition, zum ersten Mal 2013. Damals wurden die alten Domfenster an der Märtyrerpforte restauriert. An ihrer Stelle sollte lichtdurchlässiger Kunststoff eingesetzt werden. Um die Fenster bunt leuchten zu lassen, haben Marienschülerinnen die entsprechenden Tafeln mit biblischen Motiven gemalt. Und das mit so großem Erfolg, dass diese Arbeit später mit Schülerinnen und Schülern des Stiftsgymnasiums wiederholt wurde. Wegen der Corona-Pandemie musste die Vorstellung eines neuen Fensters im vergangenen Jahr verschoben werden. Jetzt ist die Präsentation nachgeholt worden.

Unterstützt wird diese Schüleraktion vom Xantener Lions-Club. Es spendete nicht nur das Stahlgestell, in dem die einzelnen Bilder montiert werden. Er stiftete auch die Mittel für das Material wie den Mörtel und die Mineralfarben sowie für den Einsatz der betreuenden Steinmetzin der Dombauhütte. Ohne diese Hilfe wäre ein solches Projekt kaum zu schultern, bedankt sich Schubert beim Lions-Präsidenten Duscha.

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