Ideen aus Sassenberg und Füchtorf

Corona-Krise: Mutmach-Briefe der Pfarrei, Traum-Geschichten der KFD

„Zurzeit gibt es großen Aktionismus in der kirchlichen Arbeit“, sagt Johannes Lohre. „Viel wird digital gemacht.“ Das sieht der Pastoralreferent von St. Marien Sassenberg und St. Johannes Füchtorf (Kreis Warendorf) durchaus positiv. „Doch was ist mit denen, die sonntags in die Kirche gehen und aufgrund ihres Alters nicht im Internet sind?“ Für diese Gruppe organisiert der Pastoralreferent in Corona-Zeiten Mutmach-Briefe.

Rund 80 Stück davon sind am vergangenen Wochenende in den beiden Gotteshäusern der Pfarrei ausgelegt worden. Beim zweiten Mal werden es 200 Exemplare sein. Auch an den kommenden Wochenenden können sich die Kirchenbesucher wieder Mutmach-Briefe abholen. Sie sind zudem in den beiden Pfarrbüros erhältlich, sagt Lohre. „Wir versuchen darin, die alltäglichen Dinge aufzugreifen.“

Etwas Farbe im Dunkeln

In den Nachrichten gebe es viel Negatives zu lesen und zu sehen: die katastrophale Lage in Italien und Spanien, die vielen Todesfälle weltweit. „Wir bringen mit den Briefen etwas Farbe in das Dunkle, durch hoffnungsvolle Worte und Liedtexte, Mut machende Alltagsgeschichten und Gedichte.“

Zurzeit arbeitet Lohre an der nächsten Ausgabe, ermutigt von den vielen positiven Rückmeldung auf den ersten Brief. Es werde eine Bibelauslegung geben, eine Frau aus dem Pfarreirat schildere, wie sie die Krise erlebt, ein Beitrag drehe sich um Nistkästen im Garten, erklärt der Pastoralreferent. Zudem ist eine Anleitung mit Gebeten geplant für eine Art Hausgottesdienst daheim.

Eine Geschichte zum Weitererzählen

Spannend findet der Pastoralreferent auch die Idee der Katholischen Frauengemeinschaft (KFD) in Sassenberg. „Sie plant für den nächsten Mutmach-Brief eine Geschichte zum Weitererzählen“, berichtet er. Dahinter steckt Ruth Fusenig, eine der Teamsprecherinnen der KFD. „Eine Bekannte, die Geschichten mit den Großneffen austauscht, brachte mich darauf. Das kann man doch auch mit Erwachsenen machen“, dachte sie sich.

Die Erzählung, die Fusenig ausgedacht hat, dreht sich um eine junge Frau namens Maria. Sie hat gerade das Abi gemacht und will für ein Jahr ins Ausland gehen. Dann ist sie schwanger. Maria liebt es, durch die Gegend zu radeln. Als sie an einen See kommt, fängt sie an zu träumen: von einer besseren Welt für ihr Kind. Wie mag die wohl aussehen?

„In Corona-Krise ist träumen nicht verboten“

Ab jetzt sind die Leser und Leserinnen des Mutmach-Briefs gefordert, der übrigens auch auf der Webseite der Pfarrei (www.st-marien-johannes.de) veröffentlicht wird. Sie können die Erzählung weiterspinnen und ihre Beiträge im Pfarrbüro oder bei Ruth Fusenig (ruth@fusenig.de) per Mail einreichen.

Wenn viele Folgeerzählungen zusammenkommen, könnte daraus ein Geschichtenbuch entstehen, sagt die KFD-Frau. „Auch in Zeiten von Corona ist träumen nicht verboten.“