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Mainzer Bischof unter Quarantäne / Bischofsweihe in Augsburg verschoben

Corona: Mehrere Bistümer sagen sämtliche Gottesdienste ab

Mehrere Bistümer in Deutschland haben sämtliche Gottesdienste abgesagt, um eine Verbreitung des Corona-Virus zu vermindern. In Augsburg wurde die Weihe des neuen Bischofs verschoben. Der Mainzer Bischof ist in Quarantäne.

Mehrere Bistümer in Deutschland haben wegen des Corona-Virus Gottesdienste abgesagt. Für das Bistum Osnabrück riet Bischof Franz-Josef Bode von Gottesdienstfeiern „grundsätzlich ab“. Dieser Schritt sei aus Gründen der Solidarität mit den Gefährdeten und Betroffenen notwendig. Die Regelung gelte bis zum Palmsonntag am 5. April. Beerdigungen könnten im kleineren Rahmen stattfinden. Verschoben werden müssten dagegen Taufen und Trauungen.

Im Erzbistum München und Freising gibt es in den nächsten drei Wochen keine öffentlichen Gottesdienste mehr. Es gelte, der Ausbreitung des Corona-Virus durch die Zusammenkunft von Menschen nicht weiter Vorschub zu leisten, heißt es in einer am Freitag verbreiteten Mitteilung. Die Kirchen blieben zu den üblichen Zeiten geöffnet. Die Seelsorger seien natürlich weiter für die Menschen da, hieß es. Sie brächten aber nur noch in dringlichen, etwa lebensbedrohlichen Situationen auch die Kommunion nach Hause und spendeten die Krankensalbung.

Keine Bischofsweihe in Augsburg

Die für 21. März geplante Bischofsweihe in Augsburg fällt aus, ein neuer Termin steht noch nicht fest. Darauf verständigte sich der ernannte Bischof Bertram Meier (59) am Freitag in München am Rande seiner Vereidigung mit der Staatsregierung und dem Münchner Kardinal Reinhard Marx. Dieser hätte die Weihe vornehmen sollen.

Meier sagte, er sei sehr traurig über diese Entwicklung. Er hatte zunächst gehofft, dass seine Weihe in kleinerer Besetzung termingerecht stattfinden kann. Er wisse aber auch, „welch hohe Verantwortung wir alle haben, um die Gesundheit unserer Mitmenschen zu schützen und die Verbreitung des Corona-Virus einzudämmen“, sagte Meier.

Von der Sonntagspflicht befreit

Das Erzbistum Hamburg ging am weitesten und sagte alle Gottesdienste in Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg ab – allerdings zunächst nur für das kommende Wochenende. Alternativ sollten Gottesdienstfeiern in den Medien verfolgt werden. Für Katholiken sei die Pflicht zum Besuch einer Sonntagsmesse zunächst aufgehoben, hieß es.

Das Bistum Essen rät, Pfarreien sollten alle Gottesdienste absagen, bei denen mit einer größeren Teilnehmerzahl zu rechnen ist oder mit vielen Besuchern aus der Risikogruppe der älteren oder vorerkrankten Personen. „Dieser Schritt ist uns sehr schwer gefallen“, erklärte Ruhrbischof Franz-Josef Overbeck mit Blick auf die Firm- und Erstkommunion-Gottesdienste. Solidarität sei jetzt aber „das allerwichtigste“. Alle Katholiken, für die wegen der Corona-Virus-Gefahr eine Teilnahme am Sonntagsgottesdienst nicht möglich oder nicht angeraten ist, seien von der Sonntagspflicht befreit.

Das Bistum Münster empfiehlt Risikogruppen, Sonntagsgottesdiensten fern zu bleiben. Firmungen wurden bis zum Ende der Osterferien abgesagt, Beerdigungen mit mehr als 100 Gottesdienstteilnehmern „empfehlen sich nicht“.

Bistum Mainz: Bischof Peter Kohlgraf in Quarantäne

Der Mainzer Bischof Peter Kohlgraf befindet sich derzeit als erster deutscher katholischer Bischof in Quarantäne. Er habe sich in dieser Woche mit einer Person, die mit dem Corona-Virus infiziert ist, im gleichen Raum aufgehalten und bleibe auf Anweisung der Gesundheitsbehörden vorerst zu Hause, teilte das Bistum am Freitag mit. „Dem Bischof geht es gut, und er ist frei von Symptomen“, so die Diözese. Kohlgraf werde sich etwa zwei Wochen lang zu Hause aufhalten müssen.

Weiter veranlasste das Bistum Schritte, um die Ausbreitung des Virus nicht zu befördern. Der Mainzer Dom bleibt demnach ab sofort bis mindestens 27. März geschlossen. Im gleichen Zeitraum finden im gesamten Bistum keine öffentlichen Gottesdienste statt. In der Regel sollen Kirchen, außer denen mit besonderem touristischen Aufkommen, für das persönliche Gebet weiter offen bleiben.

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