Kita geschlossen - was nun? Ideen von Christel Lammers, Erzieherin aus Hörstel

Corona-Quarantäne: Basteln gegen den Wohnungskoller

Kitas sind zu, meist bis auf eine kleine Notgruppe. Damit die Zeit zu Hause kleinen und großen Menschen nicht zu lang wird, macht Kita-Leiterin Christel Lammers aus Hörstel einige kreative Vorschläge. 

Cafés sind zu, Restaurants sind zu, die Schulen sowieso und natürlich auch die meisten Kindergärten. Bis auf eine Notbetreuung in den sieben Einrichtungen des Kindergartenverbundes der Pfarrgemeinde St. Reinhildis Hörstel sind die Gruppen geschlossen. Für Christel Lammers, die die Kitas gemeinsam mit Alexander Tebbe leitet, liegt darin allerdings auch eine tolle Möglichkeit für die kindliche Entwicklung: „Die Kinder bekommen nun eine Chance, endlich selbst kreativ zu werden, selbstbestimmter zu handeln und langsamer zu machen.“


Christel Lammers leitet gemeinsam mit Alexander Tebbe sieben Kitas im Verbund St. Reinhildis Hörstel. | Foto: pd

Auch könnten die Eltern ihre Kinder auf einer neuen Ebene kennenlernen. Dabei sieht sie die aktuelle Lage realistisch: „Es könnte sein, dass uns diese neue Situation alle überfordert, sie kann aber auch eine Chance für einen Wandel sein. Unsere Kinder werden mit längst vergessenen Werten in Kontakt gebracht, unsere Gesellschaft wird enorm entschleunigt.“ 

Damit die Zeit dieser Entschleunigung kleinen und großen Menschen nicht zu lang wird, hat  Christel Lammers auf Bitte von "Kirche-und-Leben.de" einige Vorschläge erarbeitet:

Ein Besuch im Wald

„Im Alltag ohne Corona nehmen wir uns viel zu selten Zeit, Dinge mit Muße zu tun und zu erleben. Genau dazu lädt der Wald mit allem, was er zu bieten hat aber einfach ein“, sagt Christel Lammers. Außerdem sei der Wald gerade jetzt in der Frühlingszeit erwiesenermaßen gesund, wohltuend und entspannend: „Nutzen Sie diese natürlichen Angebote. Gebt Euch und Euren Kindern Zeit mit ihnen „allein“ den Wald zu genießen“, rät die Verbundleiterin aus Hörstel. Das kann auch mit entsprechendem Abstand voneinander geschehen - und natürlich nicht in Gruppen.

Die Zeit im Wald zu gestalten, ist unkomplizierter als gedacht, wie Christel Lammers empfiehlt: 

1. Nichts tun. Loslassen, einfach die Kinder machen lassen. Ohne ein „Pass auf !“
2. Den Wald hören. Achtsamkeit hören, Augen schließen.Waldmusik machen – Blätter, Holz, Steine werden gegeneinander gekloppt, gerieben und fallen gelassen.
3. Den Wald beobachten, zum Beispiel mit dem Spiel „Farbensuchen“. Eine Lupe mitnehmen und verschiedene Lebewesen entdecken und studieren.
4. Im Wald nach Schätzen suchen. (Tannenzapfen, Steine, besonders geformte Äste)
5. Im Wald essen. Picknickrucksack packen und los geht es.
6. Den Wald fühlen: Ist das Moos glitschig oder feucht. Walddinge durchs Fühlen erraten. Mit geschlossenen Augen ertasten.
7. Den Wald riechen: Wie riecht das Holz, Moos, Laub?

Gärtnern auf Balkon, Garten oder Küche

„Das Hantieren mit Erde und Samen  ist gut für Leib und Seele. Besonders für Kinder ist der Garten eine tolle Möglichkeit, die Natur zu entdecken“, sagt Christel Lammers. Auch Fensterbänke und Balkon können zu grüne Oasen werden. Besonders begeistern können sich Kinder für bunte Blumen: „Generell können Sie alles, was sich auf der Fensterbank anpflanzen lässt, auch im Garten anbauen- und noch vieles mehr.“

Aus Samen in gekauften Tomaten lassen sich Pflanzen vorziehen, das funktioniert auch bei Gurken. Besonders schneller Erfolg ist mit Kressesamen garantiert, die sich einfach auf einem Stück feuchtem Küchenpapier ziehen lassen.

Kreative Bastelideen zu Ostern

„Die Osterzeit bietet viele Ideen und Impulse, sodass keine Langeweile aufkommen muss“, so die Erzieherin. Zum Basteln an sich braucht es nicht viel: „Mit offenen Eiern lässt sich einiges machen.“ Darin lassen sich Kresse auf Watte züchten oder kleine Sukkulenten einsetzten. „Man kann auch geschmolzenes Wachs in die Eier gießen und so Kerzen selber zaubern.“ Und natürlich lassen sich Eier bemalen und bekleben, im Wald verstecken und schon mal „probesuchen“.

Auch das Thema „Hasen“ sei beliebt, sagt Christel Lammers. Die kleinen Langohren können aus Holzscheiben gestaltet werden. Einfacher gehen „Sockenhasen“. Dafür einfach eine Socke zur Hälfte mit Reis oder Sand füllen. Den oberen Teil mit Bindfäden in zwei Ohren teilen. Knöpfe als Augen anbringen, fertig!

Das Erlebte kann natürlich in eigenen Tagebüchern festgehalten werden, ob gemalt, geklebt oder geschrieben.

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