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Freiwilliger Schritt – Katholischer Pfarrer Wachtel: „Widersprüchliche Gefühle“

Corona: Religionen in Delmenhorst setzen Gottesdienste aus

  • In Delmenhorst gab es 205 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner mit dem Corona-Virus.
  • Darum entsprechen die Religionen einer Bitte der Stadtverwaltung, Gottesdienste auszusetzen.
  • Kirchen bleiben zum persönlichen Gebet geöffnet.

Wegen stark gestiegener Corona-Zahlen verzichten Christen, Juden und Muslime in Delmenhorst im niedersächsischen Teil des Bistums Münster bis einschließlich Sonntag, 25. Oktober, freiwillig auf öffentliche Gottesdienste. Einer entsprechenden Bitte der Stadtverwaltung sei man bereits am vergangenen Wochenende nachgekommen, sagte der Pfarrer der katholischen Gemeinde St. Marien, Guido Wachtel, der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA).

In Delmenhorst gab es – Stand heute früh – in den vergangenen sieben Tagen 205 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner mit dem Corona-Virus. Der Grenzwert für Risikogebiete liegt bei 50. Auch im nordrhein-westfälischen Bistumsteil kommt kein Kreis auf ähnliche Werte wie die kreisfreie Stadt Delmenhorst. Dort sind auch keine Versammlungen in Pfarrheimen erlaubt. Die Kirchen sind zum persönlichen Gebet geöffnet.

Weitere Risikogebiete – dort finden Gottesdienste statt

Weitere Risikogebiete im Oldenburger Land sind die Kreise Cloppenburg (Inzidenzwert 126), Vechta (108,5) und Oldenburg (65,7 – Zahlen von heute früh). Dort finden weiterhin Gottesdienste statt.

Der Delmenhorster Pfarrer Wachtel sagte, er habe widersprüchliche Gefühle. Einerseits gebe es das Bewusstsein, dass es jetzt Distanz brauche. Andererseits seien Gebet und Gottesdienste gerade jetzt notwendig, um Hoffnung und Zuversicht zu spenden.

Beratungen in der kommenden Woche

Auch habe die Kirche in vergangenen Monaten bewiesen, dass Gottesdienste unter Corona-Bedingungen möglich seien, so Wachtel. Das weitere Vorgehen wollten die Religionsgemeinschaften in der kommenden Woche abstimmen.

Der evangelische Kreispfarrer Bertram Althausen sagte bei Radio Bremen, der Verzicht auf Gottesdienste solle „ein Zeichen an die Bevölkerung“ sein, Begegnungen zu meiden. Zwar sei das Risiko einer Infektion in Gottesdiensten nicht hoch, da Hygieneregeln eingehalten würden. Die exponentiell ansteigenden Infektionszahlen aber seien erschreckend.

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