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Redakteur Michael Rottmann über das Fest in der Pandemie

Corona-Weihnachten – auch Oma ist gefordert!

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Corona-Weihnachten ist eine Zumutung, nicht nur für die allein bleibenden Älteren. Aber auch sie können ihren Familien helfen, meint Michael Rottmann.

Für Oma sollte alles schön werden. Und sicher sollte es sein. Deshalb saß an Heiligabend nur ihre Tochter neben ihr auf dem Sofa. Der Sohn war per Video zugeschaltet. Im Hintergrund strahlte der Weihnachtsbaum. Die Enkel winkten vom Sofa aus. „Frohe Weihnachten, Oma!“

Der Kirchgang war ihr zu riskant diesmal. Ein älterer Enkel hatte alles so eingestellt, dass sie den Livestream der Christmette per Fernseher verfolgen konnte. Der Abend wurde dann noch ganz schön. Auch wenn die Abschiedsworte ein bisschen so klangen, als gehöre ein Fragezeichen dahinter: „Frohe Weihnachten?“

Sorgen und Fragen – sie bestimmten schon vor den Feiertagen viele Familien-Diskussionen. Besonders im Blick: die Generation der Großeltern. Wie können wir sie schützen? Kirchgang ja oder nein? Sollen wir uns überhaupt treffen? Wie geht Opa damit um? Wird er nicht sehr traurig sein, wenn alles ganz anders ist? Wie können wir es trotzdem schön machen für ihn?

Familien vor Herkulesaufgaben

Kein Wunder: Gerade die Über-80-Jährigen gelten als besonders gefährdet. Die Todesfall-Statistiken sprechen eine eindeutige Sprache: Das hinterhältige Corona-Virus hat es besonders auf Senioren abgesehen.

Dennoch: Die Weihnacht 2020 ist nicht nur für sie eine Zumutung. Auch Familien mit kleinen Kindern stehen in diesen Tagen vor einer Herkulesaufgabe. Schon vor den Feiertagen hatte die Lockdown-Entscheidung ihnen den Schwarzen Peter zugeschoben: Nun seht mal selbst zu, wie Ihr das mit der Betreuung hinbekommt!

Geduld und Solidarität gefragt

Nicht zu vergessen Eltern, denen man in normalen Zeiten rät, ihren 15-jährigen Pubertieren Auslauf und Freiraum zu gewähren. Mütter und Väter, die jetzt eingesperrt mit ihnen in einer Etagenwohnung im wahrsten Sinn des Wortes nicht ein noch aus wissen. Jugendtreffs, Sportanlagen, Schwimmbäder – alles dicht. Treffen im Park mit den Kumpels – verboten. Die Vorfreude aufs Silvesterböllern – enttäuscht. Weihnachtszoff programmiert.

Da ist Geduld gefragt, vielleicht mehr als in normalen Zeiten. Und zwar auch von der Großeltern-Generation. Zum Beispiel, dass Oma nicht jede Aufsässigkeit ihrer heranwachsenden Enkel den Eltern aufs Butterbrot schmiert: „Bei mir hätte es so etwas nicht gegeben! Dass ihr dem das durchgehen lasst...“ Sondern ihnen aufmunternd zulächelt: „Das wird schon wieder!“ Auch das gehört zur Solidarität der Generationen.

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