In Münsters Dom und in der Lamberti-Pfarrei steht das Konzept

Corona-Weihnachten: Was, wenn zu viele zum Gottesdienst wollen?

  • Die Gottesdienste zu Weihnachten sind alljährlich die bestbesuchten - besonders in den großen und berühmten Kirchen. Wie soll das dieses Jahr bei weniger Platzangebot gehen?
  • Für den Dom und die Lambertikirche in Münsters Zentrum hat das Pastoralteam ein Konzept entwickelt.
  • Die Idee: mehr Gottesdienst in mehr Kirchen - und Eintrittskarten.

Rappelvolle Kirchen zu Weihnachten – in den vergangenen Jahren hat das meist immer noch geklappt, weil nach wie vor auch eher kirchenferne Menschen zum Festgottesdienst kamen. Im Corona-Jahr 2020 wird das so nicht möglich sein, weil die derzeitigen Hygienekonzepte die Zahl der Mitfeiernden stark reduzieren. Was darum mancherorts schon an normalen Sonntagen schwierig ist, könnte an Weihnachten zum echten Problem werden. 

Das trifft vor allem die großen und bekannten Kirchen, die an Weihnachten traditionell von besonders vielen Menschen besucht werden – wie etwa Münsters Dom und die Lambertikirche am Prinzipalmarkt. „Wir wissen, dass unsere Gottesdienstbesucher am Heiligen Abend und am ersten Weihnachtstag aus der ganzen Stadt und auch aus dem Umland zu uns kommen“, sagt Hans-Bernd Köppen im Gespräch mit „Kirche-und-Leben.de“. Er ist sowohl Dompfarrer als auch Pfarrer von St. Lamberti mit den zugeordneten Innenstadt-Kirchen St. Martini, St. Ludgeri, St. Servatii und St. Aegidii. 

Mehr Orte, mehr Bischöfe und Musiker-Transfers

Normalerweise fasst Münsters Kathedrale seinen Angaben zufolge rund 1.500 Menschen, St. Lamberti etwa 400. Zurzeit ist nur ein Bruchteil davon möglich. Das Pastoralteam hat darum ein Konzept gebastelt, das möglichst vielen Menschen ermöglicht, einen Weihnachtsgottesdienst in den zentralen Stadtkirchen mitzufeiern. 

Damit eine festliche Bischofsmesse nicht nur im Dom erlebt werden kann, werden einige Weihbischöfe in die benachbarten Kirchen zum Gottesdienst kommen, erklärt Köppen. „Und auch die Musiker wechseln mitunter ihre Einsatzorte: Die Dommusik macht zum Teil auch in St. Lamberti mit – und die Lamberti-Musiker im Paulusdom.“

Beliebte Christvesper mit Bischof Genn

Hans-Bernd KöppenDomkapitular Hans-Bernd Köppen ist seit 2013 Dompfarrer und seit 2017 Pfarrer von St. Lamberti in Münster. | Foto: Martin Schmitz

Wie soll das konkret aussehen? „Wir setzen auf mehr Gottesdienste, die sich auf mehr Kirchen verteilen“, erklärt Köppen. Dabei werde sogar die Überwasserkirche einbezogen, die zwar wie St. Lamberti nur einen Steinwurf vom Paulusdom entfernt liegt, gleichwohl eine eigene Pfarrei ist. 

Besonders beliebt sei beispielsweise die Christvesper mit Bischof Genn am Heiligen Abend um 15 Uhr im Dom, bei der es in den letzten Jahren kaum noch Stehplätze gegeben habe. „Darum wird es in diesem Jahr zwei weitere Vesper-Gottesdienste zur selben Zeit nebenan in der Überwasserkirche und in St. Lamberti geben, denen zwei Weihbischöfe vorstehen werden.“

Gottesdienst für Weihnachtsmuffel

Zum begehrten Familiengottesdienst um 14.30 Uhr in St. Ludgeri werde es einen weiteren in der Martinikirche geben. Und auch für die Christmette in der Heiligen Nacht um 22.30 Uhr soll es laut Köppen neben dem Dom Alternativen geben – ebenfalls zur selben Zeit, ebenfalls in der Überwasserkirche und in St. Lamberti, ebenfalls mit jeweils einem Weihbischof.

Eine Besonderheit ist für den Heiligen Abend um 22 Uhr in St. Ludgeri geplant: Dort bieten die Pfarrei einen alternativen „Gottesdienst für Leute an, die sich schwer damit tun, in der herkömmlichen Form Weihnachten zu feiern“, erklärt Pfarrer Köppen: „Das wird keine Eucharistiefeier sein, sondern ein Gottesdienst mit Textbeiträgen und Musik.“

Eintrittskarten sollen Ärger vermeiden

Damit niemand vor den Kirchen abgewiesen werden muss, weil das erlaubte Platzkontingent erreicht ist, soll es Eintrittskarten geben, sagt Köppen. „Für alle Adventskonzerte und die Weihnachtsgottesdienste wollen wir das so machen.“ Es sei geplant, dass ab dem 22. November in einem Nebenraum der Lambertikirche und womöglich auch online Karten bestellt oder direkt mitgenommen werden können. „So werden wir auch Angehörige eines Haushalts zusammensetzen und mehr Menschen in den Kirchen Plätze geben können“, erläutert der Pfarrer. 

Ein weiterer Vorteil: „Wenn wir merken, dass das beliebte Weihnachts-Hochamt mit Bischof Genn am ersten Weihnachtstag um 10 Uhr im Dom zu voll zu werden droht, würden wir rechtzeitig zur selben Zeit eine Messe mit einem Weihbischof in St. Lamberti anbieten.“

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