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Pater Bernhard Wernke gründet in Afrika einen neuen Konvent

Der letzte Weiße Vater verlässt Hörstel und geht nach Mosambik

  • Der letzte Missionar aus der Ordensgemeinschaft der Weißen Väter, Pater Bernhard Wernke, verlässt Hörstel und geht zurück nach Mosambik.
  • Er gründet mit zwei Mitbrüdern eine Gemeinschaft, um Priester in der Hauptstadt Maputo zu unterstützen, unter anderem mit einem Gästehaus.
  • In der zweiten Jahreshälfte ist es so weit.
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Einmal Afrika und zurück - Pater Bernhard Wernke hatte sich im Missionshaus der Weißen Väter in Hörstel eingerichtet. Doch dann kam ein Angebot, das er nicht ablehnen wollte: Der letzte Afrikamissionar verlässt Hörstel und geht zurück nach Mosambik.

Mehrere Jahre war der Pater, gebürtig aus Grafeld bei Bersenbrück (heute Kreis Osnabrück), in dem Land an der Ostküste des afrikanischen Kontinents im Einsatz. Gesundheitliche Gründe zwangen ihn 2015, nach Deutschland zurückzukehren. Er wurde Mitglied der Lebensgemeinschaft der Weißen Väter in Hörstel, hielt weiterhin Kontakt nach Mosambik, unterstützte dort Projekte und arbeitete im Seelsorgeteam von St. Reinhildis Hörstel mit.

Gemeinschaft plötzlich nicht mehr da

In seinem Lebensumfeld, dem Missionshaus der Weißen Väter, einer 1856 in Lyon gegründeten Ordensgemeinschaft, drehte sich alles um Afrika. Doch die Gemeinschaft, in der er das jüngste Mitglied war, schrumpfte. Die verbliebenen Patres und Brüder starben oder zogen in andere, altersgerechte Häuser des Ordens. Zuletzt blieben nur noch Superior Pater Bernhard Pehle, der im Herbst des vergangenen Jahres starb, und Pater Wernke, der mittlerweile in einer gemieteten Wohnung in Hörstel lebt.

Das Missionshaus der Weißen Väter in Hörstel wurde verkauft. „Die Gemeinschaft, die trägt, fordert, gemeinsam betet und Geborgenheit und Heimat gibt, ist plötzlich nicht mehr da“, bedauert Pater Wernke. Er vermisst die Diskussionen mit seinen Mitbrüdern über Afrika. So wuchs der Wunsch, nach Mosambik zurückzukehren - für immer. In der zweiten Jahreshälfte ist es so weit.

Neue Aufgaben in Maputo

Hier fing alles an. Pater Wernke sitzt im Innenhof des einstigen Klosters der Weißen Väter, dem heutigen Samariter Fastenzentrum. Er ist der letzte Weiße Väter in Hörstel. | Foto: Marianne Sasse
Hier fing alles an: Pater Wernke im Innenhof des einstigen Klosters der Weißen Väter. | Foto: Marianne Sasse

Er wird in der Hauptstadt Maputo mit zwei Mitbrüdern eine Gemeinschaft gründen, die für den Dienst der Afrikamissionare im Land zuständig ist. Dazu gehört unter anderem, Behördengänge und Botschaftsangelegenheiten zu regeln, ein Gästehaus zu unterhalten, Besucher vom Flughafen abzuholen und vieles mehr.

Außerdem übernehmen die drei Weißen Väter eine Gemeinde in der Stadt. Pater Wernke freut sich darauf, nach Mosambik zurückzukehren und wieder in einer Ordensgemeinschaft zu leben.

Abschied des Ordens aus Hörstel

Wenn er geht, sind die Weißen Väter in Hörstel Geschichte. Der Bau ihres Noviziates auf dem Harkenberg begann Mitte der 1950er Jahre unter der Leitung von Pater Bernhard Beine. Studenten der Weißen Väter halfen bei Bau.

Viele Jahre prägten die Patres in ihren weißen Kutten das Ortsbild. In unmittelbarer Nähe zum Kloster entstanden Lehrwerkstätten für die Brudernovizen. Da das Generalkapitel der Weißen Väter beschloss, die Ausbildung in internationalen Noviziaten zu konzentrieren - zu denen Hörstel nicht zählte -, verließen Anfang der 1970er Jahre die letzten Novizen den münsterländischen Ort.

Was aus den Gebäuden wurde

Die verbliebenen Weißen Väter bezogen die ehemaligen Lehrwerkstätten, die zum Missionshaus umgebaut wurden. Als der mittlerweile verstorbene Pater Bernhard Hagen aus Ghana zurückkehrte, wurde unter seiner Leitung dieses Gebäude in der zweiten Hälfte der 1990er Jahre vergrößert, um Platz zu schaffen für weitere aus Afrika zurückkehrende Missionare. Auch fanden in dem Haus regelmäßig Treffen von Gruppen statt, die sich in Afrika engagieren. Das einstige Klostergebäude ist seit einigen Jahrzehnten ein Fastenzentrum in Trägerschaft der Samariter-Werke.

„Wir haben unsere Arbeit getan“, sagte vor wenigen Jahren Pater Bernhard Pehle, letzter Superior des Missionshauses. „Die jüngeren Weißen Väter stammen aus Afrika, aus den Ländern, in denen wir als Missionare tätig waren. Die Kirche dort ist etabliert. Das war unser Ziel.“

Was bleibt - und wie Kontakte überdauern

Was bleibt, sind Gräber der Weißen Väter auf dem katholischen Friedhof in Hörstel. Es bleibt aber auch eine Verbindung nach Afrika durch die Vereine "Treffpunkt Malawi" und den "Aktionskreis Kulmasa - Pater Hagen, Hörstel", die sich weiterhin in den afrikanischen Ländern engagieren.

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