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Digitale Delegiertenversammlung beendet

Der Synodale Weg steht vor Richtungsentscheidungen

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Seit einem Jahr läuft der Synodale Weg. Eine Mehrheit der Teilnehmer will konkrete Beschlüsse zur Veränderung der katholischen Kirche in Deutschland. Eine Schlüsselstellung haben dabei vier Foren.

Eigentlich hätte jetzt eine Vollversammlung des Synodalen Wegs stattfinden sollen. Wegen Corona vertagte sich das höchste Gremium des katholischen Reformdialogs aber auf den Herbst. Stattdessen gaben auf einer am Freitagabend beendeten Online-Konferenz die sogenannten Foren Einblicke in ihre Arbeit. Die vier Arbeitsgruppen geben die Marschrichtung auf dem Synodalen Weg bei den zentralen Themen vor: Macht, priesterliche Lebensform, Sexualmoral und Rolle der Frauen.

Am weitesten gekommen ist das Forum zum Thema Macht, das mit einem langen Grundlagenpapier und drei Handlungstexten aufwartete. So heißen jene Beiträge, die Vorlagen für konkrete Beschlüsse liefern. In ihnen geht es um die Laienpredigt, mehr Transparenz in Finanzfragen und um Schiedsstellen für Konflikte.

Arbeitsrecht und Leitungsposten

Bei der Aussprache darüber ging es vor allem darum, wie in einer hierarchisch verfassten Institution Macht begrenzt und kontrolliert werden kann. Weil die katholische Kirche nicht demokratisch verfasst ist, kommt dem Begriff „synodal“ hohe Bedeutung zu.

Unterschieden wurde, welche Fragen auf Bistums-Ebene, welche national und welche nur weltweit geklärt werden können. Da ging es um das kirchliche Arbeitsrecht, die Predigtordnung und die Besetzung von Leitungsposten - alles Bereiche, die mit Macht zu tun haben. Konsens herrschte in der sachlich-ruhigen Diskussion darüber, dass der Umgang mit Macht transparent sein und es eine „Rechtsweggarantie“ geben müsse, um Entscheidungen überprüfen lassen zu können.

Frauenweihe - erheblicher Gesprächsbedarf 

Sachlich ging es auch im Frauen-Forum zu, dass ebenso wie die Foren zu Sexualmoral und priesterlicher Lebensform noch keine fertigen Papiere präsentierte. In mehreren „Hearings“ in Kleingruppen zeigte sich noch erheblicher Gesprächsbedarf, etwa zur Frage der Zulassung von Frauen zu kirchlichen Weiheämtern.

Der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer, ein Vertreter der konservativen Minderheit, betonte, dass aus seiner Sicht ein solcher Schritt mit kirchlicher Lehre und biblischer Überlieferung unvereinbar sei. Zugleich verwies er auf das Zweite Vatikanische Konzil (1962-1965). Der Konzilsbeschluss „Lumen gentium“ unterscheide zwischen dem Priestertum des Dienstes und dem Priestertum aller Gläubigen. Auch daraus ergebe sich, dass das Weiheamt des Priesters wesensmäßig anders sei.

Priester -Zölibat und Vereinsamung

Wie künftig Leben und Ausbildung katholischer Priester aussehen sollen, ist auf dem zuständigen Forum ebenfalls umstritten. Neben radikalen Forderungen wie der Abschaffung der Priesterseminare und des Zölibats gibt es gemäßigte Reformvorschläge, die eine weltoffenere Ausbildung und weitere mögliche Ausnahmen vom Zölibat befürworten.

Einig ist man darüber, dass die Vereinsamung der weniger werdenden Priester ein großes Problem ist. Doch schon in der Frage, ob und wie Zölibat und sexueller Missbrauch zusammenhängen, gehen die Meinungen auseinander.

Sexualmoral - Anschluss verloren?

Ebenfalls sehr unterschiedlich sind die Positionen im Forum zur Sexualmoral, wo im Vorfeld zwei Papiere kursierten. Eines konzentrierte sich auf die Ehe zwischen Mann und Frau und lehramtliche Texte dazu. Das andere Ende des Spektrums deckt ein Text ab, der „Perspektiven trans-, intergeschlechtlicher und gleichgeschlechtlich liebender Menschen“ in den Blick nimmt.

Bei der Aussprache wurde deutlich: Einerseits erwarten viele Katholiken, dass die Kirche über Paarbeziehung, Verhütung und Homosexualität liberaler spricht. Doch unter den Synodalen herrschte zugleich die Meinung vor, die Kirche habe den Anschluss zur Lebenswelt vieler, insbesondere junger Menschen, ohnehin bereits verloren.

Wunsch nach Beschlüssen

Wie geht es nun weiter? Im Herbst will die Synodalversammlung tagen - noch ist offen, ob physisch oder virtuell. Bis dahin sollen nach Möglichkeit alle Arbeitsgruppen abstimmungsfähige Vorlagen liefern. Unter den Teilnehmern des Dialogs wächst der Wunsch, zu konkreten Beschlüssen zu kommen.

Ob das ein realistisches Ziel ist, scheint nach der langen Online-Debatte keineswegs gewiss. Einige Teilnehmer meinten gegen Ende der Veranstaltung, dass insbesondere die Foren zur Frauenfrage und zur priesterlichen Existenz noch zusätzlichen Bedarf an Moderation hätten, um zu greifbaren Ergebnissen zu gelangen.

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