Kardinal Reinhard Marx: Alle Bischöfe wollen den Reformprozess mitgehen

Deutsche Bischöfe beschließen Statut für Synodalen Weg

Mit einer „sehr großen Mehrheit“ hat die Deutsche Bischofskonferenz das Statut für den Synodalen Weg verabschiedet. Angesichts von Kritik daran betonte Kardinal Reinhard Marx, alle Bischöfe wollten den Weg mitgehen.

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Mit einer „sehr großen Mehrheit“ hat die Deutsche Bischofskonferenz das Statut für den Synodalen Weg zur Erneuerung der Kirche in Deutschland verabschiedet. Zwei Drittel der Bischöfe stünden hinter dem Beschluss, sagte Kardinal Reinhard Marx als Vorsitzender zum Abschluss der Herbstvollversammlung in Fulda. Zugleich warb Marx dafür, bei allen notwendigen Reform- und Veränderungsfragen in der Kirche einen nüchternen Blick zu wahren.

„Gehen alle Bischöfe mit?“, habe Marx die Bischöfe nach der Abstimmung über das Statut in einer zweiten Befragung gefragt. „Und alle Bischöfe haben gesagt: Ja, wir gehen mit.“

 

Marx weist Vorwürfe gegen Synodalen Weg erneut zurück

 

Dabei sei klar: „Der Bischof ist nicht die Diözese“, sagte Marx. Er sei zwar der verantwortliche Leiter, aber doch auch eingebunden sowohl in die Weltkirche als auch in diözesane Beratungsgremien. Nicht zuletzt in finanziellen Fragen, aber auch hinsichtlich der Umsetzung von Beschlüssen.

Den Vorwurf von Pseudowissenschaft, den der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer gegen den Synodalen Weg erhoben hatte, teile er nicht, sagte Marx auf Nachfrage während der Pressekonferenz. Wenn jemand die Satzung nicht mittrage, wie das auch der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki nach Abschluss der Vollversammlung äußerte, bedeute das nicht, dass der betreffende Bischof den Synodalen Weg nicht mitgehen werde, sagte Marx.

 

Marx: Beiträge für die Weltkirche

 

Bei weltkirchlich relevanten Punkten – „das sind ja bei weitem nicht alle“, sagte Marx – sei es selbstverständlich, dass anschließend in Rom auch entsprechende Eingaben gemacht würden: „Wir sind bereit, Diskussionsbeiträge für die Weltkirche zu liefern“, heißt es im schriftlich verbreiteten Abschluss-Statement von Marx. Bei solchen Themen müssten über die Versammlung des Synodalen Wegs hinaus mindestens zwei Drittel der Bischöfe zustimmen. Sollte dies ausbleiben, sei ein Beschluss vom Tisch.

Rom werde ohnehin kontinuierlich über den Synodalen Weg informiert. Es gehe bei den Beratungen um ein Ineinander von Universal- und Ortskirche. Unstrittig sei bei allen Bischöfen, dass die Einheit mit dem Papst „substanziell“ sei. Auch das nun beschlossene Statut werde in Rom „vorgelegt“, allerdings zur Information, nicht zur Genehmigung, sagte Marx.

 

Marx: Synodaler Weg wird Kirche verändern

 

Zugleich seien sich die Bischöfe bewusst, dass der Synodale Weg die Kirche verändern wird. „Ein synodaler Prozess ohne Reform ist nicht denkbar“, sagte Marx. Der Synodale Weg werde als geistlicher Prozess helfen, „wieder zusammenzufinden und ein kraftvolles Zeichen als Kirche in die Öffentlichkeit zu senden“.

Jetzt werde das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) als oberstes Laiengremium mit der Satzung beschäftigt; seine Mitglieder müssten ebenfalls diskutieren. Marx und ZdK-Präsident Thomas Sternberg seien beauftragt, dann die endgültige Fassung festzustellen, ohne dass sie grundlegende Änderungen vornehmen könnten.

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