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Kommende Woche trifft sich die Deutsche Bischofskonferenz in Osthessen. Dort sollen auch wichtige Personalfragen geklärt werden.
Bislang war es nur ein Szenario für Science-Fiction-Romane: die allmächtige Künstliche Intelligenz (KI). Doch inzwischen warnen selbst Vertreter der US-Techgiganten vor einer unkontrollierten Entwicklung der von ihnen geschaffenen Programme. Ein Innehalten oder weltweite Regulierung folgt daraus nicht. Stattdessen fließen schier unbegrenzte Ressourcen in den KI-Rechenzentren-Ausbau. Der Ukraine-Krieg befeuert die Entwicklung von KI-gesteuerten Waffensystemen.
Bei ihrer Herbstvollversammlung ab Montag, 28. September, in Fulda wollen die deutschen Bischöfe einen Tag lang über die KI-Revolution debattieren. Ausgangspunkt ist das Lehrschreiben von Papst Leo XIV., der eine „Entwaffnung“ von KI fordert: „KI ist bereits eine Umwelt, die uns umgibt, und eine Macht, mit der wir uns auseinandersetzen müssen. Daher reicht es nicht aus, sie zu regulieren: Sie muss entwaffnet und lebensfreundlich gemacht werden.“ Am Mittwoch will sich der Bischofskonferenz-Vorsitzende Heiner Wilmer dazu äußern.
Konfrontation mit der AfD?
Die traditionelle Herbstversammlung der rund 60 Weih- und Ortsbischöfe soll weitere politische Themen angehen: Wie verändern die jüngsten Landtagswahlen und der AfD-Siegeszug die Gesellschaft? Das Katholische Büro Berlin wird seinen politischen Bericht vorlegen. Die Kirchen in Sachsen-Anhalt befürchten im Falle einer AfD-geführten Landesregierung eine scharfe Konfrontation.
Der frühere Konferenzvorsitzende Georg Bätzing ließ zuletzt durchblicken, dass es bereits kirchliche Notfallpläne gibt, falls Staatsleistungen oder der Einzug der Kirchensteuer in Sachsen-Anhalt gestoppt würden. „Diese Partei steht eigentlich für alles, was wir nicht unterstützen“, sagte Bätzing.
Organspende und Leihmutterschaft
Auf der Tagesordnung stehen auch Beratungen über wichtige medizinethische Fragen. Etwa zu den jetzt neu vom Bundestag diskutierten Regeln für Organspende. Die Kirchen sprechen sich dafür aus, Menschen regelmäßig etwa in Ämtern abzufragen, ob sie ihre Organe spenden wollen. Kritisch beurteilen sie eine Widerspruchsregelung, wonach jeder Bürger, der nicht ausdrücklich widerspricht, ein potenzieller Organspender wäre.
In der neu aufgeflammten Debatte um eine mögliche Legalisierung von Leihmutterschaft dürften die Bischöfe wohl erneut ihre grundlegende Ablehnung begründen. Ähnlich alarmiert ist die katholische Kirche im Blick auf die aktuelle rechtliche Grauzone bei der Beihilfe zur Selbsttötung. Die Bischöfe sind sich einig, dass in katholischen Pflegeheimen keine Suizid-Beihilfe geleistet werden soll. Doch wie sollen Pflegerinnen mit entsprechenden, drängenden Wünschen umgehen? In Fulda wird dazu die scheidende Präsidentin des Deutschen Caritasverbands, Eva Maria Welskop-Deffaa, erwartet. Sie kann aus der Praxis deutscher Pflegeheime berichten.
Neuer Papstbotschafter
Innerkirchlich bedeutsam ist, dass erstmals der neue Papstvertreter in Deutschland, Hubertus van Megen, zur Bischofsvollversammlung kommt. Dem Nuntius eilt der Ruf eines ruhigen und sachlichen Vermittlers voraus. Der Katholischen Nachrichten-Agentur sagte van Megen, Ende Oktober im Vatikan Gespräche über den Reformprozess der Kirche in Deutschland zu führen.
Ein im November geplantes Treffen der neuen Synodalkonferenz, bei der Bischöfe und kirchliche Engagierte zusammenarbeiten sollen, war zuletzt abgesagt worden. Der Vatikan sieht kritisch auf den deutschen Reformweg und hat der Satzung des neuen Gremiums bisher nicht zugestimmt. Manche befürchten jetzt eine lange Hängepartie. Gleichzeitig will die katholische Basis vorangehen.
Verbände verlangen Reformen
Kirchliche Verbände und Gruppen riefen die Bischöfe zu weiteren Reformschritten auf. „Die Geduld des Kirchenvolks ist erschöpft“, heißt es in einem Appell von Katholischem Deutschen Frauenbund (KDFB), Katholischer Frauengemeinschaft Deutschlands (KFD) und „Wir sind Kirche“. Ein „Weiter so innerhalb der traditionellen hierarchischen Strukturen“ führe in die Sackgasse.
Turnusgemäß stehen in Fulda auch Neuwahlen für die Kommissionen der Bischofskonferenz an. Die bislang 14 Fachabteilungen werden zu nur noch acht Kommissionen zusammengefasst. Ziel ist ein pragmatischeres und schnelleres Arbeiten. Und auch das Dauerthema Prävention und Aufarbeitung von sexualisierter Gewalt und Missbrauch läuft weiter. Kurz vor der Bischofstagung wird dazu noch ein Bericht zu Missbrauch in Geistlichen Gemeinschaften vorgestellt.
Ackermann bei Papstreise in Metz
Und dem Trierer Bischof Stephan Ackermann fällt die Aufgabe zu, in Fulda von der Frankreich-Reise des Papstes zu berichten. Noch am Montag will Leo XIV. im nur wenige Kilometer von der saarländischen Grenze entfernten Metz eine Europa-Rede halten.