In Lantershofen sollen bundesweite Standards entwickelt werden

Deutsche Kirche gründet Institut zur Aufarbeitung von Missbrauch

Ein neues Institut der katholischen Kirche in Deutschland soll einheitliche Standards bei der Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs entwickeln. Das „Institut für Prävention und Aufarbeitung von sexualisierter Gewalt“ (IPA) solle mit Wissenschaftlern, Fachorganisationen, Präventionsexperten und Betroffenen von sexualisierter Gewalt zusammenarbeiten, teilten die Bistümer Trier und Köln mit. Das IPA werde zum 15. September im rheinland-pfälzischen Lantershofen seine Arbeit aufnehmen und vom bisherigen Interventionsbeauftragten des Erzbistums Köln, Oliver Vogt, geleitet.

Die Federführung über das Projekt hat der Missbrauchsbeauftragte der Deutschen Bischofskonferenz, der Trierer Bischof Stephan Ackermann. Beim Umgang mit dem Thema Missbrauch habe sich gezeigt, „wie wichtig die nationale wie internationale Vernetzung und die Kooperation mit allen kirchlichen, gesellschaftlichen, politischen und wissenschaftlichen Gruppierungen und Einrichtungen ist“, so der Bischof.

Qualität der Prävention sichern

Das IPA wird den Angaben zufolge mit Netzwerkpartnern „ein umfassendes Monitoring von Präventions- und Aufarbeitungsprojekten“ entwickeln. Zudem solle es Qualitätssicherungsinstrumente für Präventionsmaßnahmen der Kirche auf den Weg bringen. Aufgabe des Instituts sei es auch, eine breite gesamtgesellschaftliche Auseinandersetzung mit dem Thema Missbrauch zu befördern.

Die IPA-Gründung folgt aus der im Herbst 2018 veröffentlichten Missbrauchsstudie der Bischofskonferenz. Laut der MHG-Studie wurden in kirchlichen Akten der Jahre 1946 bis 2014 Hinweise auf bundesweit 3.677 Betroffene sexueller Übergriffe und auf rund 1.670 beschuldigte Priester, Diakone und Ordensleute gefunden.