24 Vorschläge bei der Jugendsynode, wie Bischöfe ihr Leben ändern können

Deutschsprachige Gruppe fordert „klares Wort“ zu Missbrauch

Deutliche Aussagen zu sexuellem Missbrauch und konkrete Veränderungen in der Kirche haben deutschsprachige Teilnehmer der Welt-Bischofssynode zur Jugend im Vatikan gefordert. Das Schlussdokument könne „nicht ohne ein klares Wort über das Drama des sexuellen Missbrauchs an Kindern und Jugendlichen beginnen“, erklärten sie am Samstag vor den Synodenteilnehmern.

Die Bischöfe müssten sich zudem auch in ihrer Heimat für „konkrete Veränderungen zu besserer Prävention und besserer Sorge um die Opfer“ einsetzen, heißt es im Bericht (Relatio) der deutschsprachigen Synodengruppe.

Deutliche Stärkung von Frauen in der Kirche

Die Gruppe plädierte zudem für eine Aufnahme des Beitrags von Kardinal Vincent Nichols über Menschenhandel ins Schlussdokument. Sie warb zudem erneut für eine deutliche Stärkung der Rolle von Frauen „in der Kirche in Entscheidungs- und Leitungsverantwortung“.

Als weitere bedeutende und immer wiederkehrende Themen nannte die deutschsprachige Gruppe kirchliche Sexualmoral, Migration, Umweltschutz sowie die Beteiligung von jungen Leuten in der Kirche. Die Teilnehmer wiesen zudem auf die Rolle von Liturgie und Gebet sowie sozialen Engagements hin, um junge Leute „in die persönliche Christusbeziehung“ zu führen. Hier gelte es auch, die Möglichkeiten der Digitalisierung für die Glaubensvermittlung auszuloten.

Die Gruppe machte zudem 24 konkrete Vorschläge, wie Bischöfe ihr persönliches Leben und die Arbeit mit jungen Menschen verändern könnten. Die fast vierwöchige Welt-Bischofssynode zur Jugend endet am 28. Oktober.

Dokumentiert: Wie Bischöfe sich ändern und mehr Nähe zu Jugendlichen gewinnen können
Die deutschsprachige Gruppe hat in ihrem Bericht vor der Bischofssynode unter anderem formuliert:
Schließlich bringen wir einen Modus ein, der 24 konkrete Vorschläge enthält, als einladende Beispiele dafür, wie die Bischöfe konkret in ihren Bistümern eine Conversio vollziehen - für ihr persönliches Leben, aber auch für die Arbeit für und mit jungen Menschen. Hier acht Beispiele (...): Der Vorsatz, regelmäßig persönlich zu fasten, regelmäßig Novenen zu beten, oder mit einem Teil des Privateinkommens junge Menschen zu unterstützen - Der konkrete Vorsatz, sich regelmäßig mit jungen Menschen zu treffen, besonders mit den weniger privilegierten Jugendlichen - Der Vorsatz, die Option für die Jugend im Bistum neu zu beschließen und dies auch durch konkrete pastorale Maßnahmen und finanzielle Umschichtungen sichtbar zu machen. - Der Vorsatz, konkrete Jugendnot im Bistum aufzuspüren und sie lindern zu helfen (z.B. versteckte oder offene Armut, Drogensucht, Jugendkriminalität, jugendliche Migranten, Opfer von Missbrauch und Gewalt) - Der Vorsatz, Beratungs- oder Anlaufstellen für junge Menschen zu schaffen, wo sie konkret über persönliche, familiäre, schulische, gesundheitliche oder andere Probleme sprechen können. - Der Vorsatz, Orden oder geistliche Gemeinschaften ins Bistum einzuladen, die sich besonders um junge Menschen sorgen. - Der Vorsatz, zu einer Wallfahrt mit jungen Menschen einzuladen. - Der Vorsatz, sich persönlich intensiver um die Begegnung und Ausbildung mit den Seminaristen zu kümmern. (KNA)