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Diakone im Bistum Münster über ihren Dienst zwischen Kirchenfrust und Hoffnung

Diakone in dieser Zeit: Wie geht es Ihnen, Herr Pyszny?

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Auch die Diakone im Bistum Münster bekommen die Kirchenkrise zu spüren. Wie geht es ihnen damit? Das haben wir sieben von ihnen gefragt. Ihre Antworten präsentiert „Kirche-und-Leben.de“ in dieser Woche, bevor am Sonntag neue Ständige Diakone von Bischof Felix Genn geweiht werden. Diesmal: Thomas Pyszny aus Dorsten.

Wie gehen Sie damit um, Kirchenfrust und -wut ganz persönlich abzubekommen?

Im Gespräch
Thomas Pyszny ist Ständiger Diakon in Dorsten.
Thomas Pyszny ist Ständiger Diakon in Dorsten.

Sich kritischen Fragen oder Anmerkungen zum Thema Katholische Kirche stellen zu müssen, gehört für mich in dieser Zeit zu den größten Herausforderungen. Rückblickend auf meine berufliche Tätigkeit in der deutschen Steinkohle, und dem dauerhaften öffentlichen Druck, dem dieser Berufszweig über viele Jahre standzuhalten hatte, kann ich aber mit dieser Situation gut umgehen. Ich versuche, dass es mir in meinem Dienst für die Menschen und mit den Menschen gelingt, daraus eine solche Haltung abzuleiten, die ein wenig von dem Bild zeigt, wie die Kirche Jesu Christi sein sollte: Eine dienende Kirche, die den Menschen Raum gibt, die Spiritualität und Sinn suchen. Eine Kirche, die viel mehr zuhören kann, als zu reden und bestimmend einzuwirken. Eine Kirche, die die Zeichen der Zeit wahrnimmt und die Veränderungen nicht nur in Strukturen sieht. Eine Kirche, die die Meinung der Menschen, die sich weiterhin mit ihr verbunden fühlen, in konkrete Maßnahmen einfließen lässt. Eine Kirche, die auf Augenhöhe bleibt und sich authentisch gibt.

Was bedeutet es für Sie, in dieser Zeit Ständiger Diakon zu sein?

Die Corona-Pandemie hat die Menschen verändert. Die über lange Zeit fehlenden sozialen Kontakte gilt es nun, unter anderen Rahmenbedingungen als zuvor, wiederzubeleben und neu zu etablieren. Der Anteil der seelsorgerischen Arbeit hat zugenommen, weil menschliche Krisen (Tod, Trauer, Vereinsamung) während der Corona-Zeit, nicht mehr mittels persönlicher Begegnung bearbeitet werden konnten. Der Arbeitsaufwand und die Einsatzzeiten haben deutlich zugenommen, aber ich erfahre auch große Dankbarkeit. Ich tauche nicht ab, sondern auf. So geht’s!

Was macht Ihnen Hoffnung?

Diakonenweihe
Kirche-und-Leben.de überträgt die Weihe der Ständigen Diakone aus dem St.-Paulus-Dom am Sonntag, 21. November, ab 14:30 Uhr live.

Die vielen Ehrenamtlichen und ihr Reichtum an Charismen, mit dem sie sich einbringen und unserer Kirche ein Gesicht geben. Der Mut der Engagierten, sich weiterhin und beharrlich für Veränderungen einzusetzen, auch gegen innere Widerstände. Die große Anzahl der Menschen, die ihr Leben hinterfragen und Antworten in unseren besonderen Angeboten suchen (Exerzitien, Pilgern, Schriftgespräche). Wir dürfen den Menschen die Botschaft der Liebe verkünden, das ist unser größter Schatz.

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