Was kann Menschen mit Behinderung helfen?

Diakonie und Caritas für besseres Wohnen und Ansprechpartner

Der Behindertenbeauftragte der Bundesregierung, Jürgen Dusel, drängt auf weitere Verbesserungen für Menschen mit Behinderungen. So müsse es endlich mehr barrierefreie Arztpraxen geben, sagte Dusel am Montag in Berlin. Anlass ist der von den Vereinten Nationen ausgerufene Internationale Tag der Menschen mit Behinderung, der seit 1993 jährlich am 3. Dezember begangen wird.

Zudem müsse barrierefreies Wohnen endlich Standard werden. Für Arbeitgeber, die keine Menschen mit Behinderungen einstellen, müsse die Ausgleichsabgabe erhöht werden. Auch viele Organisationen forderten mehr Maßnahmen. Vor rund zwei Jahren trat in Deutschland das Bundesteilhabegesetz in Kraft. Zudem gibt es seit 2002 das Behindertengleichstellungsgesetz. Kritiker bemängeln, dass private Bereiche wie Arztpraxen weitgehend ausgeklammert seien.

Diakonie und Caritas für besseres Wohnen und Ansprechpartner

Der Caritas Behindertenhilfe und Psychiatrie (CBP) mahnte die prekäre Lage von Menschen mit Behinderung und psychischen Erkrankungen auf dem Wohnungsmarkt an. Durch den massiven Rückgang von Sozialwohnungen und fehlenden barrierefreien Wohnraum sei es diesen Gruppen kaum möglich, in eigenen Wohnungen mitten in der Gesellschaft zu leben.

Die Diakonie sprach sich vor allem für eine Besserstellung von Kindern mit Behinderungen und ihren Familien aus. Kinder mit Behinderung und ihre Eltern bräuchten eine gute Unterstützung von Anfang an. Was Betroffene in dieser Situation am wenigsten bräuchten, seien unnötige Bürokratie und wechselnde Ansprechpartner und Zuständigkeiten in einem undurchsichtigen Dschungel an Hilfen, so der Vorstand Sozialpolitik der Diakonie Deutschland, Maria Loheide. Notwendig sei eine inklusive Kinder- und Jugendhilfe, „mehr interdisziplinäre Zusammenarbeit und Hilfen für die Familien aus einer Hand“.

Deutsche Bischofskonferenz wirbt für eine „inklusive Kirche“

Die katholische Deutsche Bischofskonferenz wirbt für eine „inklusive Kirche“. Behinderte und nichtbehinderte Menschen sollten mit ihren jeweils eigenen Gaben Leben und Glauben gemeinsam gestalten, erklärte der Vorsitzende der Pastoralkommission, der Osnabrücker Bischof Franz-Josef Bode, im Vorwort der am Montag in Bonn vorgestellten Arbeitshilfe zur Seelsorge mit Behinderten.

Die Arbeitshilfe unter dem Titel „Leben und Glauben gemeinsam gestalten. Kirchliche Pastoral im Zusammenwirken von Menschen mit und ohne Behinderungen“ soll kirchlichen Einrichtungen, Gemeinden und Gemeinschaften dabei helfen, Inklusion im kirchlichen Raum umzusetzen. Die inklusiv nutzbare Arbeitshilfe mit Teilen in leichter Sprache biete konkrete Orientierung für die seelsorgliche Begleitung in den wichtigsten Lebensphasen und Lebensbereichen von Menschen mit Behinderungen, hieß es.